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Der Dateimanager Nautilus

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Der Dateimanager ist in jedem Betriebssystem der Dreh- und Angelpunkt im Nutzeralltag. Wie Sie unter Ubuntu mit Laufwerken, Ordnern, Dateien und Netzwerken arbeiten, zeigt dieser Beitrag.
Der Standard-Dateimanager unter Ubuntu nennt sich auf deutschen Systemen schlicht „Dateien“, sein eigentlicher Programmname ist „Nautilus“. Er wirkt minimalistisch: Sein „Menü“ verdient den Namen kaum, das Hauptfenster zeigt eine (optionale) Navigationsspalte und das eigentliche Dateifenster. Gerade für Linux-Neueinsteiger ist Nautilus aber wegen seiner Schlichtheit eine gute Wahl, zumal Nautilus unter der Haube dann doch weit mehr kann als auf den ersten Blick ersichtlich.

1. Die Ordnerstruktur auf Linux-Systemen

Unter Linux gibt es keine Laufwerksbuchstaben, vielmehr werden alle Medien, Festplatten, Partitionen in einem Mountpunkt (Ordner) in das Dateisystem eingehängt. Dies geschieht bei internen und externen Partitionen sowie optischen Medien automatisch. Selbstverständlich lädt Ubuntu dabei auch NTFS- und FAT32-Medien. Die gemounteten Laufwerke zeigt der Dateimanager in der Navigationsspalte unter „Geräte“. Wenn Sie mit der Maus auf einen Geräte-Eintrag fahren, ohne zu klicken, erfahren Sie auch den jeweiligen Mount-Punkt –etwa /media/[Kontoname]/[Bezeichnung]. Mit eingeblendeter Navigationsspalte – die sich mit Taste F9 ein- und ausschalten lässt – ist es daher nicht nötig, das Mount-Verzeichnis aufzusuchen: Alle Daten sind über die Geräte-Liste zu erreichen.
In den Ordnern zeigt Nautilus („Dateien“) unterhalb der Titelleiste den Pfad anhand der Brotkrümelnavigation wie der Windows-Explorer. Das heißt: Die übergeordneten Verzeichnisse sind je einzeln per Mausklick erreichbar. Um einen Pfad als Textadresse zu kopieren oder einzufügen, nutzen Sie die wichtige Tastenkombination Strg-L. Taste Esc in der Adresszeile kehrt zur Breadcrumb-Darstellung zurück.
Benutzerdateien und sonstige Konto-spezifische Dateien (etwa Mail, Browser, Office) befinden sich ausnahmslos im Ordner /home/[Kontoname]. Viele dieser Ordner und Dateien sind versteckt mit führendem Punkt im Namen, lassen sich aber mit der Tastenkombination Strg-H jederzeit ein- oder ausblenden.
Weitere wichtige Ordner unterhalb vom Root-Verzeichnis (/) wie /bin, /sbin, /boot, /etc oder /lib sind für das funktionierende System essentiell, aber aus Anwendersicht nicht von Belang. Im Ernstfall können erfahrene Nutzer dort Bootmanager-, Netzwerk- oder Mount-Einstellungen manuell korrigieren.
/media/[Konto] ist das übliche Mount-Verzeichnis für Datenträger, und unter /usr/share/applications finden Sie in Form von Link-Dateien (*.desktop) alle Programme versammelt, die das Dash oder alternative Menüs suchen und darstellen. Wer sich über sämtliche Tools auch der Kommandozeile informieren will, findet diese unter /usr/bin und /usr/sbin.

2. Arbeiten mit Dateien und Ordnern

Kopieren, Verschieben und Löschen mit Nautilus ist einfach. Sie markieren mit den Tasten Strg (selektive Auswahl) oder Umschalt (zusammenhängende Auswahl) die Dateiobjekte und verwenden nach Rechtsklick die gewünschte Funktion im Menü. Beim Drag & Drop zwischen zwei geöffneten Nautilus-Fenstern können Sie mit gedrückter Umschalt-Taste das Verschieben erzwingen, mit der Strg-Taste das Kopieren. Diese Tasten zu kennen ist wichtiger als unter Windows, weil Nautilus kein Drag & Drop mit rechter Maustaste (und folgendem Kontextmenü) beherrscht.
Mit den Tasten Strg-T oder nach Klick auf das Zahnrad-Symbol rechts oben und „Neuer Reiter“ laden Sie ein neues Tab: Auch zwischen Tabs funktioniert Drag & Drop – nämlich auf die Titelleisten der Registerkarten.
Beim Löschen mit Taste Entf verwendet der Dateimanager standardmäßig den Papierkorb. Es lohnt sich, unter „Dateien -> Einstellungen -> Verhalten“ die Konfiguration aufzusuchen und „Einen Löschbefehl bereitzustellen, der den Papierkorb umgeht“ und endgültig löscht. Dieser zusätzliche Befehl erscheint als „Löschen“ im Kontextmenü.
Beim Doppelklick auf eine Datei, deren Inhaltstyp bekannt ist, wird diese mit dem Standardprogramm geöffnet. Nach Rechtsklick und „Öffnen mit“ erhalten Sie bei vielen Dateitypen weitere Programme angeboten oder können selbst danach suchen. Um ein anderes Programm zum Standard zu erheben, gehen Sie unter „Systemeinstellungen -> Details auf “Vorgabe-Anwendungen“.

3. Einstellungen, Lesezeichen und Sushi-Erweiterung

Im Menü „Dateien -> Einstellungen“ bietet Nautilus eine überschaubare Anzahl von Konfigurationsvorgaben. Das Meiste – Listenansicht, Listenspalten, Symbolansicht -können Sie auch im Hauptfenster über die Schaltflächen rechts oben steuern. Die Größe der Objekte ist mit den Hotkeys Strg-+ und Strg– bequem zu regeln. Lediglich die Registerkarten „Verhalten“ und „Vorschau“ verdienen einen genaueren Blick.
Favoriten: Die „Lesezeichen“ in der Navigationsspalte bieten einen schnellen Weg zu den wichtigsten Ordnern, Medien und Web-Servern. Um ein neues Lesezeichen anzulegen, gehen Sie in das gewünschte Verzeichnis, klicken rechts oben auf das Zahnradsymbol und wählen „Lesezeichen für diesen Ordner anlegen“. Schneller geht’s mit dem Hotkey Strg-D. Außerdem gibt es noch einen Menüpunkt „Datei -> Lesezeichen“, um diese Ordnerfavoriten zentral zu verwalten.
Erweiterte Vorschau: Die Vorschau-Kompetenz von Nautilus ist überschaubar, denn sie gilt nur für Bilder. Die empfehlenswerte Erweiterung Sushi spielt dagegen auch schnell mal eine Musikdatei an, zeigt PDF, Text, Bilder und Videos – einfach Datei markieren und Leertaste drücken, zum Beenden erneut Leertaste drücken. Sushi ist am schnellsten im Terminal (Strg-Alt-T) mit „sudo apt-get install gnome-sushi“ installiert.

Favoriten
Lesezeichen nach Rechtsklick: Die Ordnerfavoriten zeigt Nautilus auch im Ubuntu-Starter.

4. Mit Nautilus auf Netz- und Web-Ressourcen

Ganz groß erweist sich Nautilus bei der Einbindung von Samba- und Windows-Freigaben, von (S)FTP-, WebDAV- und SSH-Servern. Spezialprogramme wie Filezilla oder Mount-Scripts sind im Prinzip hinfällig. Geben Sie zunächst über das Menü „Dateien -> Mit Server verbinden“ die Verbindungsdaten ein, also zunächst „Serveradresse“ und danach die abgefragten Kontodaten (Benutzername und Passwort). Wählen Sie bei den Passwortoptionen „Nie vergessen“, wenn Sie die Ressource oft benötigen – das erspart später die Eingabe der Kontodaten, Dann zeigt der Dateimanager die Netzressource im Hauptfenster, und mit Strg-D legen Sie ein neues „Lesezeichen“ an, um die entfernten Daten permanent in Klicknähe zu haben.
Für die Netzwerkprotokolle gelten folgende Regeln: Bei Windows- und Linux-Samba-Freigaben verwenden Sie „smb://[Rechner]/[Freigabenname]“. Statt [Rechner] funktioniert immer auch die IP-Adresse. Bei FTP-Servern stellen Sie „ftp://“ voran, gefolgt vom FTP-Servernamen oder seiner Internet-IP. Analoges gilt für WebDAV („dav://“) und SSH („ssh://“).

Server verbinden
Server-Verbindungen als Lesezeichen: Der Ubuntu-Dateimanager bindet interne und externe Netzwerk-Ressourcen ein. Später genügt ein Mausklick.

5. Alternative Dateimanager

Es ist technisch problemlos, neben Nautilus einen alternativen Dateimanager zu verwenden wie etwa Nemo, Thunar, Pcmanfm, Krusader, Gnome Commander. Hingegen sollten nur erfahrene Anwender den Standard-Dateimanager umdefinieren. Der Standard wird dem System durch Konfigurationsdateien mitgeteilt wird, und unter Ubuntu heißt die wesentliche Datei nautilus-home.desktop unter usr/share/applications. Wenn Sie hier in die Zeile
exec=nautilus %U
statt „nautilus“ etwa „nemo“ oder „gnome-commander“ einsetzen, wird dieser ab sofort zum Standard. Voraussetzung ist natürlich die vorherige Installation des Programms.
Da sich das Standardprogramm in eine Reihe weiterer Konfigurationsdateien einträgt, ist der Eingriff nicht klinisch sauber und kann bei einigen Funktionen zum Parallelbetrieb zweier Dateimanager führen.

Nemo-statt-Nautilus
Standard-Dateimanager ersetzen: Die kleine Änderung bewirkt viel, ist aber nicht klinisch sauber.

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Software-Center und Terminal

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Keine andere Distribution macht die Installation von Software so einfach wie Ubuntu mit seinem Software-Center. Das erleichtert Umsteigern die Umstellung auf die Linux-Paketverwaltung.
Immerhin bedeutet die Installation von Software für Windows-Umsteiger mit die größte Umstellung. Linux-Software kommt immer aus den Paketquellen des Distributionsanbieters. Das ist ein großer Sicherheitsvorteil gegenüber den ausführbaren Setup-Programmen aus beliebiger Quelle, wie unter Windows üblich. Außerdem ermöglicht dieser Weg System-Updates inklusive kompletter Software in einem Rutsch.
Nachteile gibt es aber auch: Der Nutzer ist darauf angewiesen, dass die Distribution ihre Paketquellen aktuell hält. Und viele Linux-Varianten schicken die Anwender für Installationen auf die Kommandozeile. In dieser Hinsicht wird das Ubuntu-Software-Center keinen Umsteiger schrecken, denn es hat Charme eines modernen App-Stores.

1. (De-) Installationen mit dem Software-Center

Bevor Sie Software im Netz suchen, sollten Sie immer erst das „Ubuntu Software-Center“ in der Starterleiste laden und nachsehen, ob das Programm dort verfügbar ist. Dies ist der Optimalfall, denn dann lässt sich das Programm mit allen Abhängigkeiten installieren und wird automatisch aktualisiert. Linux-Anfänger sollten andere Möglichkeiten, die es durchaus gibt, zunächst komplett meiden.
Das Software-Center zeigt eine große Auswahl an (zumeist) kostenlosen wie kommerziellen Programmen. Wer genau weiß, was er will, nutzt das Suchfeld am oberen Rand, um den Namen des Programms einzugeben. Auf der nachfolgenden Bildschirmseite werden dann die Treffer dargestellt.
Zum Stöbern wählen Sie auf der Übersichtsseite links eine Kategorie und landen dann in einer neuen Übersicht mit weiteren Unterkategorien, welche die passenden Programme auflistet. Markieren Sie ein Programm, und klicken Sie auf „Weitere Informationen“, um sich genauer zu informieren. Ein Programm installieren Sie dann einfach mit Klick „Installieren“ und der Eingabe des Administrator-Kennworts. Installationen erfordern immer Administratorrechte.
Vorhandene Programme verwalten: Das Software-Center ist nicht nur Download-Zentrale für Neuinstallationen. Wenn Sie in der Funktionsleiste oben auf „Installiert“ klicken, erhalten Sie eine nach Kategorien gegliederte Übersicht der vorhandenen Software. Überflüssige oder redundante Programme können Sie markieren und mit der Schaltfläche „Entfernen“ deinstallieren.
Achtung beim Deinstallieren: Beim Entfernen von Software sollten Sie immer hellwach sein. Eventuell erscheint nach dem Klick auf „Entfernen“ ein Fenster mit dem Hinweis „[…] müssen folgende Pakete ebenfalls entfernt werden“. Bei den danach angezeigten Paketen handelt es sich um abhängige Komponenten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie diese Software noch brauchen, sollten Sie den Vorgang „Abbrechen“. Die unaufmerksame Deinstallation eines kleinen Systemtools kann die komplette Unity-Oberfläche mit sich ziehen, wenn Sie die Paketabhängigkeiten nicht ernstnehmen.

Paketabhängigkeiten
Augen auf bei Deinstallationen: Wenn dabei abhängige Pakete mitgerissen werden, sollten Sie abbrechen oder sehr genau wissen, dass dies folgenlos bleibt.

2. Paketquellen und Updateverhalten bearbeiten

Standardmäßig sind die Paketquellen des Ubuntu-Anbieter Canonical für die Installation freigegeben. Über „Bearbeiten -> Software-Paketquellen“ fügen Sie im Software-Center weitere Paketquellen hinzu. Es handelt sich um denselben und wichtigen Einstellungsdialog, den Sie auch über „Systemeinstellungen -> Software und Aktualisierung“ erreichen. Im Register „Software von Ubuntu“ können Sie gefahrlos sämtliche angebotenen Paketquellen aktivieren.
Im Register „Andere Software“ setzen Sie Häkchen vor die „Canonical Partner“, um etwa ein Adobe Flash-Plug-in beziehen zu können. Nach einem Klick auf „Schließen“ aktualisiert das System die Paketlisten selbständig. Die Quellen unter „Andere Software“ lassen sich auch manuell erweitern: Manche Software-Hersteller stellen auf ihrer Internetseite oder auf https://launchpad.net eigene Paketquellen zur Verfügung. Eine Ihnen bekannte wichtige Quelle können Sie unter „Andere Software“ mit „Hinzufügen“ in die bestehende Liste eintragen. Einfacher als die Eingabe der nötigen APT-Zeile ist es aber meist, die Paketquelle über das Terminal (Strg-Alt-T) einzubinden:

sudo add-apt-repository [Quelle]
sudo apt-get update

Im Register „Aktualisierungen“ stellen Sie ein, wie oft Ubuntu nach Updates suchen soll. Außerdem entscheiden Sie, ob diese sofort heruntergeladen oder gleich installiert werden sollen. Herstellertreiber insbesondere für Grafikkarten und Chips können Sie auf der Registerkarte „Zusätzliche Treiber“ nachinstallieren. Beim Klick auf diese Registerkarte beginnt eine Treibersuche und anschließend werden eventuelle Treiber für Ihre Hardware angezeigt.

3. Software-Verwaltung mit dem Terminal

Linux-Insider bevorzugen bei Software-Installationen das Terminal, das sie schnell mit der Tastenkombination Strg-Alt-T starten. Mit
sudo apt-get install filezilla
ist die Software sofort installiert: Befindet sich das Paket in den Quellen, erhalten Sie eine Auflistung der Komponenten und eine Info, wie viel Speicherplatz benötigt wird.
Wenn Sie den genauen Paketnamen nicht kennen, hilft „apt-cache“ – etwa:
apt-cache search zilla
Mit diesem Befehl
sudo apt-get remove filezilla
deinstallieren Sie ein Programm.
Zum Aufräumen nicht mehr benötigter Pakete verwenden Sie
sudo apt-get autoremove
und „sudo apt-get clean“ beseitigt heruntergeladene Installationsdateien.

4. One-Click-Installationen im Internet

Abseits von den Paketquellen bieten manche Internetseiten, seriös etwa http://wiki.ubuntuusers.de, Software hinter einer Schaltfläche „Jetzt installieren“. Dahinter steckt meist eine URL wie „apt://Paketname“. Klicken Sie darauf, fragt ein Dialog nach, mit welchem Programm dieser Link geöffnet werden soll – standardmäßig ist es das Ubuntu-Software-Center. Ein Klick öffnet dieses und bietet die Installation an. Das ist Linux-untypisch und klingt nach Windows: Bedenken Sie, dass solche Installationen genau wie unter Windows ein Risiko für Ihr System darstellen.

DEB-Paket
Installation abseits der Paketquellen: Bei einem Produkt wie Google Chrome können Sie ein Ausnahme machen. Sonst bleiben Sie besser bei den vorgesehenen Paketquellen.

5. Software-Synchronisierung

Das Ubuntu Software-Center bietet theoretisch mit der Funktion OneConf einen interessanten Service, um Programme auf zwei oder mehr Ubuntu-Rechnern abzugleichen. Die Funktion wird bei laufendem Software-Center über „Datei -> Zwischen Rechnern abgleichen…“ gestartet. Als Vermittlungsebene zwischen den Geräten dient die Ubuntu-eigene Cloud „Ubuntu One“, die auf allen Geräten mit demselben Konto aktiv sein muss.
Die obige Einschränkung „theoretisch“ gilt hoffentlich nur für die aktuelle Ubuntu-Version 13.10: Hier nämlich ist diese Funktion offenbar fehlerhaft. Ein zweiter oder weiterer Rechner wird nie angezeigt, folglich ist kein Abgleich möglich. Bleibt zu hoffen, dass die demnächst folgende Version 14.04 diesen Bug wieder beseitigt.

Abgleich
Diese Funktion des Software-Centers ist unter Ubuntu 13.10 fehlerhaft.

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Software-Umschau: Die Standard-Software

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Ubuntu – und loslegen: Diese Seite soll Ihnen nicht erklären, wie Gimp oder Thunderbird funktionieren. Vielmehr geht es um den knappen Nachweis, dass Ubuntu Software für alle Aufgaben mitbringt:
Mit der installierten Software nach dem erfolgreichen Ubuntu-Setup sind Sie für alle wesentlichen Aufgaben gerüstet. Es gibt für die ganze multifunktionale Einsatzbreite eines PCs oder Notebooks pragmatisch einfache, gute bis exzellente Software. Der folgende Überblick orientiert sich an konkreten und typischen Aufgaben, die Sie bislang unter Windows erledigt haben und nun unter Ubuntu ausführen wollen.

1. Benutzerdateien aller Couleur nutzen

Ob auf dem lokalen Ubuntu-Rechner oder irgendwo im Netz: Jeder hat Dokumente und Medien aller möglichen Formate herumliegen, die er auch unter einem neuen System nutzen will. Die folgende Zusammenstellung zeigt, mit welcher Software Sie welche Dateiformate unter Ubuntu nutzen können. Um vorgegebene Systemstandards umzustellen, gibt es zwei Optionen: Unter „Systemeinstellungen -> Details -> Vorgabe-Anwendungen“ können Sie grobe Zuordnungen treffen, etwa für „Musik“ den Banshee-Player. Zielgenauer verwenden Sie nach Rechtsklick auf einen Dateityp die Option „Eigenschaften -> Öffnen mit“, wählen im Dialog das gewünschte Programm und dann „Als Vorgabe festlegen“.

Dateizuordnungen und Standardprogramme
Für jeden Dateityp die richtige Software: Neben einer globalen Einstellung in den „Systemeinstellungen“ weisen Sie über „Eigenschaften -> Öffnen mit“ detailliert Dateitypen zu.

Microsoft-Office-Dokumente: Das standardmäßig installierte Libre Office lädt und bearbeitet alle Dateien, die mit altem und neuem Microsoft Office erstellt wurden (97 bis 2013). Ausnahme bleiben lediglich Access-Datenbanken. Bei den jüngeren Microsoft-Komponenten wie Word und Excel gibt es einige Format- und Chart-Funktionen, die Libre Office nicht adäquat darstellt. Bei nur lesender Nutzung sind diese kleinen Inkompatibilitäten kein Problem, bei der Weiterbearbeitung müssen Sie aber gegebenenfalls nachbessern. Definitiv nicht kompatibel sind VBA-Makroprojekte.
Insgesamt ist Libre Office eine sehr gute Office-Suite mit einer klassischen (statischen) Menüführung und einem durchsichtigen Vorlagenkonzept. Die Suite gibt es auch für Windows, sie zeigt aber unter Linux, dass sie dort zuhause und deutlich flinker ist.

RTF, Text, PDF, Html, EPUB: Während für RTF-Format erneut Libre Office (Writer) zuständig ist, lesen Sie puren Text mit dem Editor Gedit. Für PDF-Dateien ist das Standardprogramm „Dokument-Betrachter“ zuständig, eigentlich Evince. Bei PDF wie für manches Text-Format eignet sich auch ein Browser wie Firefox (Standard) oder Chrome (nachinstallierbar). Für Html-Dateien ist der Browser Standard. Für EPUB-Bücher ist kein Standardprogramm installiert: Die große Lösung ist das Nachrüsten des kostenlosen Calibre, für gelegentliches Lesen reicht aber eine Erweiterung für Firefox oder Chrome.

Bildformate: Als Viewer für alle Bildformate ist der „Bildbetrachter“ voreingestellt – eigentlich Eog (Eye of Gnome). Dieser Viewer genügt für alle Alltagsansprüche, F5 startet eine Diashow, F9 blendet eine Thumbnail-Übersicht des aktuellen Bildordners ein. Eog ist ein reiner Viewer, der Bilder allenfalls drehen kann. Standardmäßig installiert ist auch noch Shotwell mit einfachen Bearbeitungsfunktionen, das ebenfalls als Standardviewer in Betracht kommt. Anspruchsvolle Bildbearbeitung leistet Gimp, das sämtliche verbreitete Bildformate beherrscht, auch PSD-Photoshop oder Postscript (PS und EPS).

Musikformate: Installierter Standardplayer ist Banshee, der alle Audioformate abspielt, eine Medienverwaltung mitbringt und auch CDs rippen kann. Der Alleskönner bietet Zugriff auf Last.fm, sammelt Podcasts ein und integriert Internet-Radiosender. Im lokalen Netz spielt Banshee auch mit UPnP-Servern.

Videos und DVD: Als Standardplayer ist Totem („Videos“) installiert und voreingestellt. Totem spielt im Prinzip alle Formate, besitzt aber nicht annähernd die Fehlertoleranz und den Funktionsumfang des Videolan Clients. Der VLC spielt ungerührt ab, wo Totem mit „stream errors“ abbricht und sollte aus den Paketquellen nachinstalliert werden („sudo apt-get install vlc“) sowie als Standardplayer arbeiten. Mit aktiviertem libdvdread4 spielt VLC auch DVDs.

2. Internet, Mail und Remotedesktop

Als wichtigste Internet-Programme sind Firefox als Browser, Thunderbird als Mail-Client und Empathy als Messenger vorinstalliert. Sofern Sie keine anderen Vorlieben haben, besteht wenig Anlass, diese Standards zu ändern. Firefox und Thunderbird sind unter Windows völlig identisch zu bedienen und erfordern keinerlei Umstellung. Wer den alternativen Messenger Pidgin unter Windows nutzt, hat diesen unter Ubuntu mit „sudo apt-get install pidgin“ rasch nachinstalliert und kann ihn statt Empathy verwenden.

Als Remotedesktop dient der Vino-Server und zur Konfiguration die Vino-Preferences, die Sie im Dash auch als „Freigabe der Arbeitsfläche“ finden. Die Einstellungen sind recht einfach, unter „Sicherheit“ sind Passwort und Zugriffsbestätigung zu empfehlen. Als Zugriffs-Client ist Remmina dabei („Zugriff auf entfernte Arbeitsflächen“), das keineswegs auf den Vino-Server eingeschränkt ist. Nutzen Sie als Übertragungsprotokoll „VNC“, wenn Sie auf den freigegebenen Desktop eines Ubuntu-PCs zugreifen, hingegen das RDP-Protokoll für den Remotedesktop eines Windows-Rechners. Als „Server“-Angabe ist immer die IP-Adresse zu empfehlen.

Ein FTP-Client ist nicht vorinstalliert, wohl weil der Dateimanager Nautilus diese Rolle übernehmen kann. Filezilla, das exakt wie unter Windows funktioniert, ist aber auf Wunsch in Sekunden nachgerüstet.

Software
Alles für Web und Mail: Der „Internet“-Filter des Dash zeigt hier die vorinstallierten Standards sowie einige Nachinstallationen wie Filezilla, Pidgin und Zenmap.

3. Die interessantesten Zubehörprogramme

Mit Brasero ist ein Multimedia-Tool zum Brennen von Daten-, Audio-, Video-CDs und DVDs vorinstalliert. Es kann auch ISO-Images bootfähig auf optische Datenträger brennen. Um bootfähige USB-Datenträger zu erstellen, gibt Ubuntu den „Startmedienersteller“ (usb-creator-gtk) vor. Dieses Tool ist keine Empfehlung, sondern sollte bei Bedarf durch Unetbootin ersetzt werden.
Für gepackte Archive aller Art gibt es die Archivverwaltung (File-Roller). Das Tool beherrscht Linux-typische Archive wie TAR und GZ ebenso wie RAR, ZIP, 7Z oder auch ISO-Images und Windows-CAB-Dateien.
Das Systemtool Baobab erscheint auf deutschem Ubuntu als „Festplattenbelegung analysieren“ im Dash. Es bietet hübsche grafische Diagramme zur Darstellung der größten Ordner und damit einen guten Überblick über eventuelle Platzverschwender.
Seahorse oder „Passwörter und Verschlüsselung“ versammelt zentral alle Netzwerk- und Internet-Kennwörter (vom Browser). Es ist damit erste Anlaufstelle, wenn Sie ein Kennwort vergessen haben.

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Ubuntu-Erstanpassung

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Ein Desktop-Linux wie Ubuntu ist weit kompletter als ein frisch installiertes Windows. Sie finden – mit ganz wenigen Ausnahmen –für jeden Datei- und Medientyp ein passendes Standardprogramm und können sofort loslegen. Die nachfolgend empfohlenen Anpassungsschritte sind daher nur im vorderen Teil technisch notwendig, die weiteren Maßnahmen gehen bereits in Richtung Individualisierung und Tuning.

1. Adapter und Netzwerk einrichten

Falls nicht schon bei der Installation geschehen, benötigen Sie zu allererst einen funktionierenden Netzwerkzugriff und Internet. Bei kabelgebundener Verbindung erscheint im Hauptpanel rechts oben ein Doppelpfeil, der die bestehende Verbindung signalisiert. Nacharbeiten sind optional möglich, aber nicht nötig. Bei WLAN-Adaptern melden Sie sich durch Klick auf das fächerartige Sektor-Symbol an Ihrem Heimnetz an, indem Sie das Kennwort eingeben. Bei Ihrem Standardnetz bestätigen Sie ferner die Option „Automatisch mit diesem Netzwerk verbinden“, um die Netzanmeldung so bequem wie möglich zu gestalten.
Wenn kein Funknetz angezeigt wird oder keine Verbindung zustande kommt, haben Sie wahrscheinlich ein Treiberproblem beim Funknetzadapter. Dies beseitigen Sie entweder mit einem anderen USB-WLAN-Adapter oder mit einer vorläufigen Kabelverbindung. Damit können Sie dann nach einem proprietären Treiber suchen, wie unter Punkt 4 beschrieben.

2. Deutsche Sprachunterstützung komplettieren

Um ein vollständig deutschsprachiges System zu erreichen, klicken Sie auf „Systemeinstellungen -> Sprachen“. In der Regel erscheint dann sofort ein Dialog, der die Nachinstallation noch fehlender Sprachpakete anbietet. Mit „Installieren“ erledigen Sie dies, markieren danach im Hauptdialog „Deutsch (Deutschland)“ und klicken auf “ Systemweit anwenden“. Die Änderungen werden aber erst nach einem Neustart wirksam.

Sprache
Standard nach der Installation: Ein Besuch unter „Systemeinstellungen -> Sprachen“ befördert noch fehlende deutsche Sprachpakete in das System.

3. Ubuntu-System und Software aktualisieren

Ein neu installiertes Ubuntu ist nicht mehr aktuell, da seit Erscheinen der Version in der Regel zahlreiche Updates veröffentlicht wurden. Wenn Sie auf das Dash-Symbol klicken und „update“ eintippen, filtert die Suche den Update-Manager – auf Deutsch „Software-Aktualisierungen“. Damit bringen Sie System und Software auf den neuesten Stand. Bei der ersten Aktualisierung sollten Sie mit einer Update-Menge von etwa 150 MB rechnen. Wenn Sie den Schritt nicht wie beschrieben selbst anstoßen, erinnert Sie das System durch ein pulsierendes Symbol im Starter nach einiger Zeit an diese Pflicht.

4. Proprietäre Treiber nachinstallieren

Einige Hardware-Komponenten wie Grafik- oder WLAN-Chips benötigen proprietäre Treiber. Ubuntu liefert diese nicht mit aus, hält aber viele Treiber zur nachträglichen Installation bereit. Auch eine automatische Suche nach passenden Treibern gibt es: Gehen Sie zur Registerkarte „Systemeinstellungen -> Software & Aktualisierungen -> Zusätzliche Treiber“. Nun sucht Ubuntu nach verfügbaren Treibern für identifizierte Hardware und zeigt diese in einer Liste an. Nach der Auswahl des Treibers ist ein Klick auf „Änderungen anwenden“, ferner der Neustart des Systems nötig, da Treiber als Kernel-Module installiert werden.

5. Dual-Monitor-Setup

Mindestens dann, wenn Sie einen zweiten Bildschirm verwenden, etwa am Notebook einen zusätzlichen größeren Monitor, sollten Sie die Option „Systemeinstellungen -> Anzeigegeräte“ aufsuchen. Wichtigste Voraussetzung ist zunächst, dass Sie die Option „Bildschirme spiegeln“ deaktivieren und diese Einstellung übernehmen. Die beiden Monitore sind dann symbolisch abgebildet und können durch Anklicken und Ziehen angeordnet werden. Weiterhin bestimmen Sie hier, welcher Monitor als Hauptbildschirm mit der Taskleiste gesetzt ist. Bei Dual-Monitor-Betrieb sind außerdem die Auflösungen oft noch manuell zu optimieren.
Bei nur einem Monitor nutzt Ubuntu automatisch die native, höchste Auflösung. Hier ist nur dann eine Korrektur nötig, wenn Sie eine niedrigere Auflösung vorziehen.

Monitor
Native Auflösung erkannt: Die Nachjustierung der Grafikausgabe ist praktisch nur beim Dual-Monitor-Betrieb erforderlich (unter „Systemeinstellungen -> Anzeigegeräte“).

6. DVDs unter Ubuntu abspielen

Der DVD-Codec zum Abspielen bewegt sich in Europa in einer rechtlichen Grauzone, da hier ein Kopier- und Leseschutz umgangen wird. Aus rechtlichen Gründen kann Ubuntu deshalb zunächst keine Film-DVDs starten. Der offizielle Lösungsweg für dieses Problem ist der Erwerb des „Fluendo DVD Player“ über das Software-Center (24,95 US-Dollar). Die inoffizielle Möglichkeit ist die Installation der fehlenden Codecs über die Paketquellen des VLC-Players. Starten Sie ein Terminal mit Strg-Alt-T; dort installieren Sie mit

sudo apt-get install libdvdread4

die Bibliothek zum Lesen von DVDs und führen Sie dann mit

sudo /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh

das eigentliche Installations-Script aus.

7. Cairo Dock statt Starter-Leiste

Die Starter-Leiste nimmt nur eine sehr begrenzte Anzahl von Programm-Favoriten auf. Fortgeschrittene Nutzer, die dieses Unity-Element ungenügend finden, können das sehr flexible, aber auch recht komplexe Cairo-Dock verwenden. Suchen Sie dafür im Ubuntu-Software-Center nach „cairo“, und installieren Sie das Tool. Nun starten Sie das Cairo-Dock über das Dash, und Sie sehen einen Mac-OS-X-ähnlichen Starter am unteren Ende des Bildschirms. Um Cairo-Dock individuell einzurichten, gehen Sie nach Rechtsklick ganz unten auf der Cairo-Leiste auf „Cairo-Dock -> Konfigurieren“. Hier legen unter anderem Position, Erscheinungsbild und Effekte fest. Unnötige Elemente bekommen Sie mit Rechtsklick und „Entfernen“ weg. Ein neues Starter-Symbol erhalten Sie am einfachsten, wenn Sie eine laufende Anwendung, die in jedem Fall angezeigt wird, nach einem Rechtsklick „In einen Starter umwandeln“. Dann ist das Programm dauerhaft im Dock.

8. Ubuntu individualisieren

Viele persönliche Einstellungen richten Sie unter Ubuntu ganz ähnlich wie unter Windows ein. Unter „Systemeinstellungen -> Darstellung“ finden Sie neben Desktop-Hintergrundbildern Themen für die Programmfenster und Titelleisten und verkleinern die Symbole der Starter-Leiste nach Geschmack.
das Nachinstallieren des Unity-Tweak-Tools lohnt in jedem Fall: Damit steuern Sie eine Vielzahl von Parametern der Unity-Oberfläche. Sie belegen etwa die Tastatur nach Belieben, lassen die Starter-Leiste verschwinden oder bestimmen aktive Bildschirmecken und deren Funktion. Sehr effizient ist es, für eine oder zwei Ecken die „Übersicht aller Fenster“ zu aktivieren, was den schnellen und eleganten Task-Wechsel mit zwei Mausaktionen erlaubt.
Nach einigen Ausflügen in das Software-Center und etlichen Nachinstallationen lohnt sich das Nachjustieren unter „Systemeinstellungen -> Informationen“. Unter „Vorgabe-Programme“ legen Sie unter mehreren Programmen jeweils den Systemstandard – also etwa Chrome statt Firefox als Standardbrowser oder den VLC für Musik und Videos.
Ambitionierte Nutzer werden sich bald an das eine oder andere unentbehrliche Tool gewöhnen oder selbst ein Shell-Script basteln. Um solche Helfer beim Start automatisch zu laden, hilft die Komponente „Startprogramme“ (gnome-session-properties). Mit „Hinzufügen“ tragen Sie hier unentbehrliche Tools ein. Ob neben „Befehl“ der komplette Pfad nötig ist oder der Programmname reicht, lässt sich leicht im Terminal (Strg-Alt-T) verifizieren.

Aktive Ecken
Aktive Ecken einstellen: Ubuntu hat viele wertvolle Funktionen standardmäßig erst mal deaktiviert.

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Ubuntu-Systemzentralen

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In diesem Beitrag geht es um die wichtigsten Anlaufstellen zur Bedienung und Konfiguration eines Ubuntu-Systems. Alle genannten Komponenten sind unter Linux Standard oder leicht nachinstallierbar. Um angeschlossene Geräte und Festplatten zu konfigurieren und das System individuell anzupassen, liefert Ubuntu einige grafische Tools mit. Neben diesen Konfigurationswerkzeugen brauchen Sie mindestens gelegentlich einen Task-Manager und eine Leistungskontrolle. In besonderen Fällen hilft das Wissen um die virtuellen Konsolen neben der grafischen Oberfläche und um spezielle Kernel-Hotkeys.

Die Hauptmerkmale des Unity-Desktop sind im vorangehenden Beitrag beschrieben. Ebenfalls eigene Artikel erhalten das Software-Center und der Dateimanager Nautilus.

1. „Systemeinstellungen“: Kleine Systemsteuerung

Die wichtigen „Systemeinstellungen“ sind gut erreichbar: Sie lassen sich im Sitzungsmenü des Hauptpanels ganz rechts oben aufrufen, standardmäßig auch in der Starterleiste über das Symbol mit Zahnrad und Schraubenschlüssel. Der Programmname lautet gnome-control-center, falls Sie den Start einmal im Terminal (Kommandozeile) benötigen.
Wer von Windows kommt und diese Zentrale mit der Systemsteuerung gleichsetzt, liegt im Prinzip völlig richtig. Der Umfang der Einstellungsmöglichkeiten fällt allerdings – typisch Ubuntu – sehr minimalistisch aus: Wichtige Anlaufstellen sind die Punkte „Monitore“ und „Leistung“ unter Hardware. Unter „Monitore“ korrigieren Sie, falls nötig, die Bildschirmauflösung und richten eine Dual-Monitor-Umgebung ein. Unter „Leistung“ definieren Sie die Zeitintervalle für Stromsparfunktionen. An den Einstellungen unter Netzwerk müssen Sie im Normalfall nur etwas ändern, wenn das Gerät statt einer automatisch bezogenen LAN-Adresse ein feststehende erhalten soll. Wenn Sie einen Netzwerkdrucker benutzen, sollten Sie unter „Drucker -> Netzwerkdrucker“ einen Moment warten, bevor Sie manuell einen Namen oder eine IP eingeben: Ubuntu zeigt Netzwerkdrucker nach kurzem Scan automatisch an.
Unter „System“ gibt es die übersichtliche Kontenverwaltung „Benutzer“. Wenn Sie hier etwas ändern möchten, etwa das Benutzerkennwort oder die automatische Anmeldung, müssen Sie sich mit der Schaltfläche „Entsperren“ rechts oben erst als Administrator mit Ihrem Kennwort ausweisen. Das bei der Installation eingerichtete Konto ist übrigens immer vom Typ „Systemverwalter“ und bietet folglich Administrator-Rechte.
Unter „Details“ erhalten Sie nicht nur eine knappe „Übersicht“ über Hardware und System, sondern auch die Einstellungen für die Standardprogramme („Vorgabe-Anwendungen“) und Standardaktionen für Medien („Wechselmedien“).

Ubuntu Systemeinstellungen
Ubuntus Systemsteuerung: Die „Systemeinstellungen“ sind übersichtlich bis minimalistisch, zumal manche dieser Punkte nur wenige Optionen enthalten

2. „Systemüberwachung“: Der Taskmanager

Das Tool „Systemüberwachung“ finden Sie leicht mit Klick auf das Dash-Symbol und der Eingabe „system“ oder auch „monitor“. Der eigentliche Name des Programms lautet gnome-system-monitor. Auf der Registerkarte „Ressourcen“ erhalten Sie einen Überblick über CPU-Auslastung, Speicher- und Swap-Auslastung sowie die Netzwerkchronik. Die Registerkarte „Dateisysteme“ zeigt alle eingehängten Datenträger mit ihrem Mountpunkt. Dies ist für Windows-Umsteiger recht hilfreich, die statt Laufwerksbuchstaben Mount-Punkte im Dateisystem vor sich haben – USB-Datenträger in der Regel unter /media/[Konto]/. Alle Medien lassen sich per Doppelklick im Dateimanager starten.
Unter „Prozesse“ erscheint die Liste der laufenden Tasks. Die Info-Spalten können Sie nach Rechtsklick auf einen Spaltenkopf oder über das Menü („Systemüberwachung -> Einstellungen -> Informationsfelder“) nach eigenen Interessen definieren. Instruktiv ist unter anderem die Option „Befehlszeile“, um Programmnamen und Pfade zu ermitteln. Nach Rechtsklick auf einen angezeigten Task haben Sie mit „Prozess beenden“ und „Prozess abwürgen“ zwei Varianten, um hängende Programme zu terminieren. „Abwürgen“ ist das härtere „SigKill“, das Sie erst verwenden sollten, wenn das geordnete „Beenden“ scheitert.

3. „Laufwerke“ und Gparted: Festplattenverwaltung

Ubuntu bringt zwei vollwertige Programme zur Festplattenverwaltung mit: Das erste nennt sich schlicht „Laufwerke“ (eigentlich Gnome-Disks), das zweite ist das in fast allen Linux-Distributionen enthaltene Gparted. Linux-Einsteiger, die sich nur einen Überblick über die angeschlossenen Medien machen wollen, sind mit „Laufwerke“ zunächst besser beraten. Die Geräteliste erscheint in der linken Spalte, Partitionierungsdetails und Bearbeitungsoptionen im Hauptfenster rechts. Das Zahnradsymbol ganz rechts oben bietet Laufwerkstests, das Auslesen der SMART-Werte und eine komplette Laufwerksicherung. Mit weiteren Schaltern unterhalb der Partitionsanzeige lassen sich Partitionen in das Dateisystem einhängen oder aushängen, aber auch löschen oder formatieren (mit Sicherheitsabfrage).
Gparted auf der anderen Seite setzt eine gewisse Vertrautheit mit Gerätebezeichnungen wie /dev/sda1 voraus (erste Partition auf erster Festplatte), ist aber das Partitionierungswerkzeug schlechthin und vielen Nutzern etwa durch das Spezialsystem Parted Magic bekannt. Anders als Gnome-Disks beherrscht Gparted auch das Verkleinern von bestehenden Partitionen. Gparted zeigt beim Start standardmäßig die erste Festplatte /dev/sda, zu anderen Platten wechseln Sie über das Dropdown-Menü rechts oben. Aktionen, die Sie anfordern, werden zunächst in einer Liste gesammelt. Erst nach „Bearbeiten -> Alle Operationen ausführen“ beginnt Gparted seine tatsächliche Arbeit.

Laufwerke und Partitionen
Laufwerke und Partitionen: Mit Gparted und Gnome-Disks stehen es zwei Verwaltungstools zur Auswahl. Das abgebildete Gnome-Disks bietet Tests und Komplettkopien.

4. Terminal, virtuelle Konsolen und Xserver

Linux-Fans betonen die Stabilität des Systems, und dass ein Linux-Kernel nicht totzukriegen sei. Stimmt. Jedoch sind nachgeordnete Systemteile wie der Xserver mit der grafischen Oberfläche nicht so robust. Auf ein hängendes Grafiksystem antworten Linuxer mit dem Gang auf eine virtuelle Konsole, beenden dort den Xserver und starten ihn neu.

Windows-Umsteigern bringt jedoch die Tatsache meist wenig, dass man bei Problemen am Desktop mit der Tastenkombination Strg-Alt-F1 (bis F6) in eine textbasierte Konsole wechseln kann. Denn hier sind dann grundlegende Kenntnisse der Terminalbefehle und des Dateisystems erforderlich. Anders als beim „Terminal“-Fenster, das Sie in der Unity-Oberfläche ähnlich der „Eingabeaufforderung“ unter Windows starten, handelt es sich um Eingabe-Konsolen im Vollbild unabhängig vom grafischen System. Kundige können in diesen Konsolen das komplette System verwalten: Der Befehlsvorrat entspricht dem, was auch das „Terminal“ unter Unity anbietet – mit der einzigen Ausnahme, dass hier keine grafischen Programme gestartet werden können.
Mindestens einen Befehl sollten Sie sich für die Konsole merken: sudo shutdown -r now

Damit fahren Sie das System sauber herunter und starten neu. Das vorangestellte „sudo“ verschafft die nötigen Rechte und erfordert die Eingabe Ihres Benutzerkennworts.

Bei Ausflügen in eine virtuelle Konsole mit funktionierender Oberfläche bringt Sie die Tastenkombination Strg-Alt-F7 jederzeit zur grafischen Oberfläche zurück.
Tipp: Wer um Terminals, Konsolen und Eingabeaufforderungen einen konsequenten Bogen macht, sollte zumindest dafür sorgen, dass die Hotkeys des Linux-Kernel für den Problemfall aktiviert sind: Dann können Sie jederzeit mit der Tastenkombination Alt-Druck-K die grafische Oberfläche beenden und mit Alt-Druck-B einen sauberen Neustart auslösen. Alt-Druck-E beendet alle laufenden Tasks. Ubuntu hat diese Hotkeys leider nicht aktiviert. Starten Sie daher ein Terminal (Strg-Alt-T) und dort den Editor gedit mit Adminrechten: sudo gedit /etc/sysctl.con

In die Datei sysctl.conf tragen Sie dann die Zeile

kernel.sysrq = 1

an beliebiger Stelle ein.

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Die Ubuntu-Oberfläche Unity

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Die Oberfläche „Unity“ ist eine Eigenentwicklung von Ubuntu (Canonical), die in Linux-Kreisen umstritten ist. Ihre puristische Übersichtlichkeit kommt aber Windows-Umsteigern durchaus entgegen.

In Benutzeroberflächen steckt eine Menge Philosophie und Usability-Forschung. Unity ist ästhetisch überzeugend. Es zeigt aber wirklich nur das Allernötigste, nimmt dadurch sich und das System zurück und priorisiert die produktive Software. Das ist gut für Einsteiger, für pragmatisches Arbeiten, aber auch generell für Zweitgeräte mit begrenzten Aufgaben. Auf folgenden Seiten erklären wir die wesentlichen Bedienelemente der Oberfläche.

Die Starter-Leiste: Aufgaben und Anpassungen

Auffälligstes Merkmal von Unity ist die Starter-Leiste auf der linken Seite des Bildschirms. Ähnlich wie unter Windows ist diese Leiste eine Kombination aus Taskleiste und Favoritenleiste: Sie zeigt alle derzeit offenen Programme, die mit einem (Programm läuft im Hintergrund) oder zwei grauen Markern (Programm ist aktiv im Vordergrund) gekennzeichnet sind. Zusätzlich enthält die Starter-Leiste aber auch Verknüpfungen zu den wichtigsten Programmen. Standardmäßig sind hier unter anderem das „Ubuntu Software Center“, der Dateimanager („Dateien“), einige Libre-Office-Komponenten, Browser und die „Systemeinstellungen“ anzutreffen.

Unity-Starterleiste und Programmmenüs
Unity-Starterleiste und globales Menü: Laufende Programme erhalten im Starter kleine graue Marker. Das Menü des Programms im Vordergrund erscheint oben im Hauptpanel.

Das Dashboard: Das oberste Symbol in der Starter-Leiste mit dem Ubuntu-Logo öffnet das Dashboard, kurz Dash. Das Dash-Symbol ist fix und auch positionell unverrückbar. Es handelt sich um die Suchzentrale für Programme und Dateien. Was Sie jeweils suchen wollen, können Sie unteren Rand über Lupen („Lenses“) filtern, die zu „Anwendungen durchsuchen“ oder zu „Suche nach Musik“ führen. Schneller als das Filtern über die „Lenses“ ist es meist, rechts auf das Dash-Symbol zu klicken und im aufklappenden Auswahlmenü den Filter zu setzen – etwa auf „Anwendungen“. Noch schneller ist die Tastenkombination Windows-Taste und Taste A, um eine Programmsuche zu starten. Für die konkrete Suche tippen Sie dann oben in das Suchfeld den Namen oder einen Namensteil ein. Wenn Sie einen Gesamtüberblick über alle installierten Programme haben wollen, klicken Sie ohne Sucheingabe auf die Rubrik „Installiert … weitere Ergebnisse anzeigen“.
Anpassungen: Was Sie im Starter für unnötig halten, klicken Sie rechts an und wählen „Aus Starter entfernen“. Wenn Sie umgekehrt Neues hinzufügen möchten, starten Sie das betreffende Programm (über das Dashboard). Als laufender Task erscheint es nun im Starter, und nach Rechtsklick auf das Symbol können Sie es „Im Starter behalten“. Für größere Umbauten öffnen Sie eine Anwendungsübersicht im Dashboard und ziehen die gewünschten Programme einfach mit der Maus in den Starter.

Das Hauptpanel: Aufgaben und Anpassungen

Die eher unscheinbare schmale Leiste am oberen Bildschirmrand ist das Hauptpanel und erfüllt eine Reihe von wichtigen Aufgaben. Fundamental ist ganz rechts das Sitzungsmenü, das alle Optionen des Systemabschlusses bietet – vom „Sperren“ über „Abmelden“ bis „Bereitschaft“ und „Herunterfahren“. Außerdem kommen Sie hier zu den „Systemeinstellungen“, die aber standardmäßig auch im Starter vertreten sind.

Sitzungsmenü
Sitzungsmenü: Ganz rechts oben im Hauptpanel finden Sie alle Optionen zum Systemabschluss.

Neben dem Sitzungsmenü folgt im rechten Teil des Hauptpanels eine Reihe wichtiger Indikatoren wie Zeitanzeige mit Kalender, Lautstärke-Regelung mit integrierter Steuerung des Standard-Players, Messenger-Status mit Mail-Integration oder der Netzwerkstatus mit WLAN-Auswahl.
Anwendungsmenüs: Auf der linken Seite zeigt das Hauptpanel den Programmnamen des aktiven Vordergrund-Programms. Sobald Sie den Mauszeiger in diesen Bereich bringen, erscheint dort das Programm-Menü dieser Anwendung. Diese Ubuntu-Eigenheit ist nicht nur für Windows-Umsteiger gewöhnungsbedürftig, sondern hat auch viele Linux-Nutzer irritiert. In den Programmfenstern erscheint hingegen kein Menü. Ist man einmal mit der Tatsache vertraut, dass Programm-Menüs ungeachtet der Position des Programmfensters immer oben links zu finden ist, kann man diese Ubuntu-Spezialität als Vereinfachung sehen.
Anpassungen: Diese Indikatoren im rechten Bereich lassen sich sinnvoll erweitern. Allerdings bietet Ubuntu das in seinem typischen Purismus nicht von sich aus an – etwa über das Panel selbst. So gibt es ein klassisches, in Kategorien sortiertes Menü („classicmenu-indicator“), einen einfachen Systemmonitor („indicator-multiload“) oder eine Wetteranzeige („indicator-weather“). Sie können im Ubuntu-Software-Center nach „indicator“ suchen oder namentliche bekannte Erweiterungen auf der Kommandozeile nachinstallieren.

ClassicMenu Indicator
Das klassische Kategorienmenü ist am Unity-Desktop standardmäßig nicht vorgesehen, lässt sich aber mühelos nachrüsten.

Voreingestellte Tastenkombinationen

Unity bietet nützliche Tastenkombinationen. Wenn Sie die Windows-Taste (unter Linux: „Super“-Taste) länger gedrückt halten, erscheint eine Übersicht dieser Standard-Hotkeys. Kurzes Drücken der Super-Taste öffnet zum Beispiel das Dashboard. Eine Reihe von Hotkeys setzen für die Dash-Suche vorab Filter – so führt zum Beispiel Super-A direkt zu „Anwendungen suchen“, Super-F zur Dateisuche.
Ein kurzer Druck auf die Alt-Taste öffnet das HUD-Suchfeld (Head-up-Display), das langfristig die Menüleiste ablösen soll. Das HUD ist keine allgemeine Suche, sondern bezieht sich auf die aktuelle Anwendung im Vordergrund. Ist also etwa die Tabellenkalkulation von Libre Office aktiv, zeigt das HUD nach der Eingabe von „format“ passende Menüoptionen dieses Programms wie etwa „Format > Zellen“ oder „Format > Formular“.

Erweiterte Optionen des Unity-Tweak-Tools

Die Stellschrauben der Unity-Shell sind sehr begrenzt. Das liegt im Konzept der Ubuntu-Macher (Canonical). Ähnlich den zusätzlichen Indikatoren in der Hauptleiste können aber nachinstallierte Tools die Optionen deutlich erweitern. An erster Stelle ist das Unity Tweak Tool zu nennen, dessen Programmpaket im Ubuntu-Software-Center bereitsteht oder in Sekunden über das Terminal installiert ist:
sudo apt-get install unity-tweak-tool
Das Tool bietet zahlreiche Optimierungen hinsichtlich Optik, Fensterverhalten, Desktop-Symbole, Schriften, Privatsphäre oder Desktop-Effekte.

Desktop-Alternativen

Wem Unity gar nicht gefällt, hat jederzeit die Möglichkeit, eine alternative Benutzeroberfläche zu nutzen. Bei Linux können Sie vor jeder Sitzung entscheiden, welchen Desktop Sie verwenden möchten. Sind alternative Desktops installiert, so erscheint bei der Systemanmeldung über dem Kennwortfeld ein kleines Logo. Ein Klick darauf führt zur Auswahl der gewünschten Oberfläche (siehe Abbildung). Alternative Desktops, die sich in den Standard-Paketquellen von Ubuntu befinden, sind das schlankere XFCE (Xubuntu-Desktop) und das besonders ressourcensparende LXDE (Lubuntu-Desktop). Diese lassen sich auf der Kommandozeile etwa mit sudo apt-get install xubuntu-desktop leicht nachinstallieren. Einsteigern empfehlen wir, beim Standard-Unity zu bleiben, da die genannten Alternativen vergleichsweise spröde ausfallen und erst nach manuellen Anpassungen gefallen können.

Desktop-Auswahl
Auswahl des gewünschten Desktops vor der Anmeldung

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Ubuntu installieren

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Im Hinblick auf den Themen-Fokus „Linux statt Windows XP“ bespreche ich hier nur den einfachen Fall der Installation auf Bios-basierten Rechnern (nicht UEFI). Dort Ubuntu solo oder als Zweitsystem auf die Festplatte zu bringen, ist eine leichte Übung. In den typischen Szenarien übernimmt der Installer alle Schritte automatisch. Für Kundige gibt es eine manuelle Partitionierung.

Das Ubuntu-Setup erfordert im Wesentlichen nur, die richtige Zielpartition zu wählen. Dies geschieht in dem wichtigen Dialog „Installationsart“ des Setup-Assistenten, den folgender Beitrag genau erklärt. Ein häufiges Hindernis ist ferner ein fehlendes DVD-Laufwerk etwa auf Netbooks – ein Problem, das dieser Beitrag ebenfalls aufgreift.

1. Installationsmedium starten oder nötigenfalls erstellen

Besorgen Sie sich zunächst das ISO-Image der gewünschten Linux-Distribution. Eine Kurzbeschreibeung der interessantesten Umsteiger-Systeme finden Sie hier. Die wichtigsten Projektadressen stelle ich hier noch einmal zusammen:
Fedora: https://fedoraproject.org/de
Mageia: http://www.mageia.org/de
OpenSuse: http://www.opensuse.org/de
Linux Mint: http://www.linuxmint.com
Ubuntu: http://www.ubuntu.com
Xubuntu: http://xubuntu.org
Kubuntu: http://www.kubuntu.org
Lubuntu: http://www.lubuntu.net

Wenn das Zielgerät ein DVD-Laufwerk besitzt oder wenn Sie ein externes DVD-Laufwerk via USB anschließen können, dann brennen Sie das ISO-Image – am besten mit der Freeware Imgburn (Download: http://www.imgburn.com/) – auf einen DVD-Rohling. Dann booten Sie dne PC mit dieser DVD. Falls dies bei eingelegter DVD beim PC-Start nicht automatisch geschieht, so aktivieren Sie das Bootmenü des Bios und wählen dort das DVD-Laufwerk, das in der Regel als „ATAPI…“ angezeigt wird. Im Auswahlmenü der DVD starten Sie dann die gewünschte Ubuntu-Variante, und danach geht es weiter mit Punkt 2.

Ohne DVD-Laufwerk müssen Sie den Umweg über einen USB-Stick nehmen. Um das gewünschte ISO-Image bootfähig auf USB-Stick zu befördern, formatieren Sie diesen zunächst unter Windows mit dem Dateisystem FAT32. Dann besorgen Sie sich das kleine Tool unetbootin-windows-585.exe von http://unetbootin.sourceforge.net/. Wählen Sie dort unten zunächst die Option „Abbild“, und navigieren Sie dann (rechts auf gleicher Höhe) mit der Schaltfläche „…“ zur gewünschten ISO-Datei . Nach Klick auf „Öffnen“ sollten Pfad- und Dateiname im Eingabefeld von Unetbootin erscheinen. Neben „Typ“ wählen Sie dann „USB-Laufwerk“, und neben „Laufwerk“ geben Sie die Kennung des USB-Sticks an. Kontrollieren Sie den Kennbuchstaben des USB-Sticks genau, damit Unetbootin nicht das falsche Medium überschreibt. Nach „OK“ startet der Kopiervorgang.
Danach sollte der USB-Stick bootfähig sein. Aktivieren Sie beim Neustart das Bootmenü des Bios, und wählen Sie den USB-Stick als Bootlaufwerk. Der Unetbootin-Bootloader bietet mehrere Optionen: Wir empfehlen „Default“, was das Live-System der Linux-Distribution lädt und Ausprobieren ebenso wie eine Installation anbietet.
Probleme beim Booten via USB-Stick sind selten, aber nicht ganz auszuschließen: Sehr alte Geräte unterstützen USB-Boot eventuell nur teilweise oder gar nicht. Letzteres erkennen Sie dies daran, dass beim Aufruf des Bios-Bootmenüs ein angeschlossener Stick nicht anzeigt wird. Manchmal verursachen auch USB-Sticks Bootprobleme. Hier hilft der Versuch mit einem zweiten.

Unetbootin
Setup ohne DVD-Laufwerk: Unetbootin erstellt ein bootfähiges Live-System auf USB-Stick. Dazu geben Sie die ISO-Datei an sowie die Kennung des Sticks.
USB-Boot mit Unetbootin
USB-Boot mit Unetbootin - das typische Auswahlmenü des Tools nach dem PC-Start

2. Im Setup-Assistenten von Ubuntu

Nach dem Start des gewünschten Ubuntu finden Sie am Desktop einen Link, der das Setup anstößt – etwa mit dem Namen „Ubuntu 13.10 installieren“. Sie können sich vorher umsehen, ob die Wahl für Sie richtig ist: Das Live-System zeigt alles Wesentliche des Systems und ist nur – auf DVD oder Stick – deutlich langsamer.
Optimale Bedingungen für die Installation schaffen Sie, wenn Sie sich schon vorher mit dem Internet verbinden. Bei einer Kabelverbindung ist das standardmäßig der Fall, bei WLAN klicken Sie rechts oben im Hauptpanel auf das Fächer-artige Funknetzsymbol, klicken in der Liste Ihr WLAN an und tippen das Zugangskennwort ein. Falls Sie vorab keinen Netzzugang herstellen, werden Sie später vom Setup dazu aufgefordert.
Mit dem „Installieren“-Link starten Sie das Setup. Nach der Sprachauswahl und der zu empfehlenden Option „Software von Drittanbietern [zu] installieren“ erscheint der Dialog „Installationsart“: Das Ubuntu-Setup erkennt ein vorhandenes Windows oder Linux und bietet an, Ubuntu parallel zu installieren oder das bestehende System zu ersetzen. Diese beiden Optionen bieten komfortabelste Ausführung für 95 Prozent aller Ausgangssituationen:
„Windows … mit Ubuntu ersetzen“: Wählen Sie diese Installationsart, wenn Sie sich etwa auf einem Netbook definitiv vom alten Windows XP verabschieden wollen. Die Option hat den Vorteil, dass die Kapazität der gesamten Festplatte für Ubuntu bereitsteht und dass die Systemauswahl beim Booten entfällt. Sie dürfen diese Option aber definitiv nur dann wählen, wenn Sie keine Benutzerdaten mehr vom alten System benötigen.
„Ubuntu neben Windows … installieren“: Die Default-Option wählen Sie dann, wenn Sie Windows selbst oder Daten auf der Windows-Partition weiterhin benötigen. Beachten Sie, dass Ubuntu für diese Installationsoption keine bereits bestehende Partition benötigt, sondern diese während des Setups automatisch erstellt. Mehr noch: Sie müssen sich auch nicht um die Swap-Partition kümmern, die ebenfalls automatisch entsteht. Sobald Sie bei dieser Option auf „Weiter“ klicken, erscheint ein Dialog, mit dem Sie per Maus die Größe der neuen Ubuntu-Partition festlegen. Je größer Sie diese ziehen, desto kleiner schrumpft die bestehende Windows-Partition.
„Etwas Anderes“: Diese dritte Option ist nichts für Linux-Einsteiger. Sie ist auch nur notwendig, wenn eine komplexere Partitionierung vorliegt oder ein Ubuntu nicht auf die primäre, sondern etwa auf eine externe Festplatte installiert werden soll.
Die Schaltfläche „Etwas Anderes -> Weiter“ bringt Sie zu einem mächtigen Partitionierungswerkzeug. Bei Unklarheiten ist es ratsam, vorab für eindeutige Datenträgerbezeichnungen zu sorgen, sei es unter Windows oder im Live-System mit dem hilfreichen Werkzeug Gparted.
Um eine bestehende Partition für Ubuntu freizumachen, müssen Sie diese markieren und mit der Minus-Schaltfläche löschen. Im entstehenden „Freien Speicherplatz“ lässt sich dann mit der Plus-Schaltfläche die benötigte neue Partition erstellen. Dabei wählen Sie für Ubuntu & Co. am besten das Dateisystem „Ext4-Journaling“ und als Einbindungspunkt „/“. Zurück im Hauptdialog „Installationsart“ muss der Installer nun noch wissen, wohin er die Bootumgebung schreiben soll („Gerät für die Bootloader-Installation“). Mit „/dev/sda“ ist hier die primäre Festplatte vorgegeben (sda). Für eine mobile Installation auf USB sollten Sie den Bootloader hingegen besser auf das USB-Laufwerk schreiben. Zu guter Letzt verlangt der Installer das Festlegen einer kleinen Swap-Partition (in der Größe des RAM-Speichers).

Ubuntu-Setup
Das Ubuntu-Setup (Ubuntu, Mint, Kubunt, Xubuntu, Lubunt) erkennt die Windows-Partition und bietet automatisch an, diese zu verkleinern.
Ubuntu-Setup, manuelle Partitionierung
Manuelle Methode: Die Partitionsoption „Etwas Anderes“ benötigt fundamentale Kenntnisse. Sie ist aber für die typischen Ziele „Linux statt Windows“ und „Linux plus Windows“ nicht nötig.

3. Abschluss der Installation

Nach absolvierter „Installationsart“ starten Sie mit „Jetzt installieren“ den eigentlichen Vorgang. Neben der Auswahl der Zeitzone, des Tastaturlayouts und der Benutzerangaben ist nicht mehr viel zu tun. Die Anmeldung beim Cloud-Dienst Ubuntu One ist optional. Das Setup meldet den Vollzug mit „Installation abgeschlossen“. Beim nächsten Neustart ohne das Installationsmedium startet je nach Installationsart entweder Ubuntu oder das GRUB-Bootmenü mit der Wahl zwischen „Ubuntu“ und „Windows (loader)“.

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Welches Linux ist das richtige für Umsteiger?

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Linux-Stammbaum (kleiner Teil)

Welches Linux ist das richtige?

Der gesamte Stammbaum der Linux-Distributionen und Projekte ist auf üblichen Medien nicht mehr komplett darstellbar. Trotz zahlloser Systeme fällt aber die Entscheidung für Windows-Umsteiger gar nicht so schwer.

Die obige Abbildung zeigt einen Teil des Stammbaums von Linux Debian und eine Hälfte der Ubuntu-Familie, die auf Debian basiert. Neben diesen zahllosen Debian-Systemen gibt es noch die Slackware- und Red-Hat- sowie die kleineren Arch- und Gentoo-Zweige. Insgesamt nutzen etwa lebende 350 Distributionen den Linux-Kernel, eine ebenfalls dreistellige Anzahl wurde im Laufe der Jahre eingestellt. Viele Varianten sind eng spezialisiert und scheiden als Desktop-System von vornherein aus, viele weitere sind zwar Desktop-tauglich, aber für Windows-Umsteiger ungeeignet. Lesen Sie hier, was für Einsteiger taugt und zugleich eine verlässliche Zukunft bietet.

Vorsortierung für Windows-Umsteiger
Etwas Linux-Familiengeschichte muss hier sein, denn damit können Sie schon mal ganz grob vorsortieren: Gentoo- und Arch-basierte Systeme sind Inseln für Linux-Kenner und für Windows-Umsteiger definitiv ungeeignet. Bei den Red Hat-Systemen lassen sich zwei Distributionen herausheben, die für technisch versiertere Umsteiger in Betracht kommen:

Fedora Linux ist in fast jeder neuen Version (aktuell 24) ein Hingucker mit innovativen Funktionen. Fedora ist aber weder auf Sparsamkeit getrimmt (falls Sie älteres Windows durch neues Linux ersetzen wollen) noch auf Einsteigerfreundlichkeit. Es ist das von Red Hat gesponserte Vorzeigeprojekt für Linux mit dem Fokus auf Aktualität. Fedora ist ein Desktop-System – für Server eignet es sich aufgrund häufiger Updates und Änderungen nicht (aber dafür gibt es ja Red Hat Enterprise bzw. Cent OS).
Infos und Download zu Fedora: https://fedoraproject.org/de.

Mageia, aktuell in Version 5, gehört ebenfalls zur Red-Hat-Familie. Es ist neben Fedora eine weitere Variante, die ganz eindeutig auf den Endanwender-Desktop zielt. Der Installationsassistent gehört zum Besten, was Linux zu bieten, und die Oberfläche ist bei jeder Wahl intuitiv (KDE oder Gnome). Gegen Mageia spricht aktuell nur, dass die junge Distribution (seit 2010) keine Tradition hat und ihre Nachhaltigkeit noch ungewiss ist.
Infos und Download zu Mageia: www.mageia.org/de.

Mageia 3
Mageia 3: Diese Distribution hat am Desktop das Potential, mittelfristig zu den Ubuntu-Systemen aufzuschließen. Besonders gelungen sind die Installation und Systemverwaltung.

Open Suse, aktuell in Version 42.1, ist der einzige hier zu nennende Slackware-Abkömmling. Es war über mehr als ein Jahrzehnt fast unangefochten das einzige Linux, das mit komfortabler grafischer Bedienung und Konfigurierbarkeit (Yast – „Yet another Setup Tool“) auf den PC-Desktop zielte. Die grundsolide, aber durchaus komplexe Distribution hat in den letzten Jahren zugunsten der Ubuntu-Familie an Bedeutung eingebüßt. Open Suse tendiert neuerdings eher Richtung Innovation und Experimentierfreude, weniger Richtung Einsteiger- und Umsteigerfreundlichkeit.
Infos und Download zu OpenSuse: www.opensuse.org/de.

Ubuntu & Co., aktuell in Version 16.10 / 16.04 LTS, sind Debian-Abkömmlinge und mit gutem Grund erste Wahl bei Einsteigern und Umsteigern. Wer einfach und schnell ein funktionierendes System braucht, ohne sich in der Tiefe mit dem System selbst und der Administrierung befassen zu wollen, ist hier richtig. Außerdem bietet die Ubuntu-Familie bei identischer Basis und vergleichbaren Installern fertig konfektionierte Varianten mit unterschiedlicher Ausstattung für jeden Einsatzzweck und Geschmack: Neben Ubuntu selbst sind das unter anderem Linux Mint (Version 18), Kubuntu mit dem alternativen KDE-Desktop, Xubuntu mit geringen Hardware-Anforderungen und das besonders leichtgewichtige Lubuntu. Die nachfolgenden Artikel beziehen sich allesamt auf Ubuntu und dessen Varianten.
Infos und Downloads: www.linuxmint.com, www.ubuntu.com, http://xubuntu.org, www.kubuntu.org, www.lubuntu.net.

Die interessantesten „Ubuntus“
Ubuntu 16.10 (und 16.04 LTS): Seit der ersten Version 2004 hat sich Ubuntu zur beliebtesten Distributionen und für viele Anwender wie Entwickler zum Quasi-Standard für Linux auf dem Desktop entwickelt. Die Installation, jedenfalls als Solo-System, gelingt mit dem grafischen Installer Ubiquity mühelos (alle Ubuntu-Ableger wie Linux Mint, Zorin OS oder Bodhi Linux verwenden diesen Installer).

Die Benutzung des Standard-Ubuntu über ein Hauptpanel oben und ein Startpanel links überzeugt nicht nur ästhetisch, sondern leuchtet auch sofort ein – obwohl sie mit klassischen Regeln bricht. Diese Desktop-Eigenentwicklung Unity wird daher von vielen Linux-Fans kritisiert, auch die Zusammenarbeit mit Amazon und Ebay gefallen nicht jedem. Windows-Umsteiger werden dies alles gelassener sehen: Die reduzierte Unity-Oberfläche ist ideal für Linux-Anfänger, die wenig System und viel Software sehen wollen. Und das Einblenden von Amazon-Angeboten lässt sich technisch abschalten oder durch präzisere Sucheingaben verhindern.
Von Ubuntu gibt es immer eine aktuelle Variante (im Moment 16.10) und eine LTS-Variante (Long Term Support, im Moment Version 16.04). Die LTS-Versionen enthalten zwar nach kurzer Zeit nicht mehr die neuesten Funktionen, werden aber in Unternehmen wie bei vielen Privat-Anwendern bevorzugt, weil sie fünf Jahre durch Updates versorgt werden. Die Zwischenversionen erhalten nur neun Monate Support. Wenn Sie sich heute für ein Ubuntu 16.10 entscheiden, läuft der Support im Juli 2017 aus, bei 16.04 LTS läuft er bis 2021. Aber auch die Entscheidung für eine Nicht-LTS-Version ist keine kurzlebige Sackgasse, denn Ubuntu erlaubt das Upgrade auf die nächsthöhere Version (wird über die „Aktualisierungsverwaltung angezeigt, alternativ geht es auch im Terminal mit dem Befehl „sudo apt-get install dist-upgrade“).

Xubuntu: Dieses schlanke Ubuntu ist ideal für ältere Hardware und schwach ausgestattete Netbooks. Nach der Installation mit dem Ubuntu-üblichen Installer präsentiert sich die Distribution zwar eher unvorteilhaft und düster, aber der leichtgewichtige und exzellente XFCE-Desktop bietet jeden Spielraum für individuelle Gestaltung. Etwas (Windows-) Erfahrung sollten Sie dafür mitbringen. Xubuntu bietet Leisten mit allem Transparenz-Schick, ein stets verfügbares Anwendungsmenü (nach Rechtsklick am Desktop) und ein Drag & Drop mit rechter Maustaste, wie Sie es sonst nur unter Windows finden.

Xubuntu 13.10
Xubuntu: Das Ubuntu-Leichtgewicht mit XFCE-Desktop kommt nach der Installation recht unscheinbar daher, erweist sich aber als vorbildlich anpassungsfähig.

Kubuntu: Kubuntu ist ein Ubuntu, das statt dem Standard-Desktop Unity die anspruchsvolle KDE-Oberfläche mitbringt. KDE vereint zweifellos Eleganz mit Funktionalität durch maximale Konfigurierbarkeit. Diese Oberfläche kann ihre Stärken aber nur auf leistungsstarken PC und großen Bildschirmen ausspielen und eignet sich dort insbesondere kompetente Nutzer, die Spaß am Optimieren ihrer Arbeitsumgebung haben. Bei der vorinstallierten Software findet sich nur Libre Office als gemeinsame Schnittmenge mit dem Standard-Ubuntu. Beachten Sie, dass das Live-Kubuntu eine englische Oberfläche besitzt, das installierte Kubuntu jedoch komplett deutsch lokalisiert ist.

Kubuntu
Schickes, aber gewöhnungsbedürftiges Kubuntu 13.10: Der KDE-Desktop lässt keinen Transparenz-Effekt aus und bietet Desktop-Widgets und Panels nach Belieben.

Ubuntu Gnome ersetzt den Ubuntu-Standard Unity durch den aktuellen Gnome-Desktop 3.8. Gnome ist ein anspruchsvoller Desktop mit gewissen Hardware-Ansprüchen und hat ein avantgardistisches Bedienkonzept ohne typisches Programmmenü – mit per Mausaktion oder Hotkey einblendbaren „Aktivitäten“ und einem zentralen Suchfeld. Was erst gewöhnungsbedürftig aussieht, erweist sich als funktional, schick und durchdacht. Umsteiger, die sich sowieso umstellen müssen, sollten sich auf Anhieb zurechtfinden. Die enthaltenen Programme und Systemtools orientieren sich durchgehend am Ubuntu-Standard, auch das Ubuntu Software-Center ist an Bord.

Ubuntu Gnome
Ubuntu mit modernem Gnome: Hier ist alles anders als unter Windows und trotzdem sofort parat – eine echte Alternative für Umsteiger, die den Umstieg ernst meinen.

Linux Mint 18 basiert zu großen Teilen auf dem Ubuntu-Code. Die derzeit beliebteste Distribution bringt aber als wesentlichste Eigenentwicklung die Desktop-Oberfläche „Cinnamon“. Diese klassische Oberfläche ist eine Absage an Ubuntus Unity-Oberfläche und insbesondere das Startmenü eine einladende Haustür für Windows-Umsteiger. Daneben bringt Mint eine Vielzahl kleinerer Überarbeitungen des Ubuntu-Standards, so etwa einen verbesserten Dateimanager („Nemo“) und diverse Mint-Tools wie das grafische Sicherungsprogramm Mintbackup.
Mint nutzt ausschließlich LTS-Versionen von Ubuntu als Basis. Das aktuelle Mint 18 basiert auf dem jüngsten Ubuntu 16.04 LTS und wird wie dieses bis 2021 mit Updates versorgt.

Linux Mint 16
Wie Windows, aber Linux: Die „Systemsteuerung“ heißt „Einstellungen“, und was Sie als „Explorer“ erwarten, finden Sie unter „Dateien“. Mint ist das Linux für konservative Umsteiger.

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KDE Neon User Edition

Die aus England stammende KDE Neon User Edition bietet auf Ubuntu-Basis einen immer hochaktuellen KDE-Plasma-Desktops – in diesem Fall KDE Plasma 5.14.5. Im Unterschied zum bekannteren und nicht weit entfernten Kubuntu steht hier KDE absolut im Fokus. Die Desktop-Komponenten erhalten laufende Updates, während die Ubuntu-Systembasis beim erprobten Stand der 18.04-LTS-Ausgabe bleibt.

Die delikate, neueste KDE-Plasma-Oberfläche ist per se eine Bedienerführung für Feinschmecker und mit ihrer Flexibilität ein Gegenentwurf zum simplifizierenden Gnome und seiner Abkömmlinge.  KDE Neon User Edition spricht daher in erster Linie anspruchsvolle Nutzer an: Die Anpassungsmöglichkeiten der Kontrollleiste(n), der Desktop-Designs, der Plasma-Widgets und der exzellenten KDE-Standards wie des Dateimanager Dolphin dürften Einsteiger überfordern, Systembastler hingegen begeistern. Nichtsdestotrotz liefert diese Distribution ab Installation einen eleganten, modernen Desktop mit klassischem Menü und Dateiablage, mit dem auch ein Windows-Umsteiger klarkommt. Zudem hat das ehemals sehr anspruchsvolle KDE seinen Ressourcenhunger gezähmt und fordert heute weniger RAM als ein Gnome oder Cinnamon.

KDE Neon nutzt zur Einrichtung aus dem Livesystem den bewährten Ubuntu-Installer, wenngleich dieser optisch angepasst wurde und daher deutlich anders aussieht. Die Software-Nachrüstung erfolgt über die exzellente Programmverwaltung Discover oder mit apt get install […] im Terminal. Alle Anpassungsoptionen versammeln die „Systemeinstellungen“, während Leistenänderungen und Desktop-Widgets direkt am Objekt über Kontextmenüs erfolgen.

Delikates KDE Neon für Ästheten: Schicke, dezente Effekte, kontrastreiche Designs, logisch organisierte Systemzentralen und reiche Anpassungsdetails sprechen vor allem Poweruser an.