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Das Heimnetz: Hardware, Tipps und Tools

Der kompakte Beitrag zum lokalen Netzwerk bespricht die typische Hardware für das private Heimnetz und Home Office und die wichtigsten Konfigurationseinstellungen und Netzwerkkommandos für Desktop und Server.

Netzwerke sind Hardware-seitig unglaublich flexibel und ausbaufähig. Linux wiederum ist für das Netzwerken geschaffen und macht als Netzwerk-Client wie als Server eine glänzende Figur. Dieser Beitrag liefert Basiswissen und vertiefende Tipps für ein optimiertes Heimnetz. Dabei geht es ausschließlich um das lokale LAN- und WLAN-Netz mit typischen Geräten, Kommunikationsprotokollen, Freigaben und Serververwaltung. Das öffentliche Netz, das Internet, bleibt komplett außen vor – siehe dazu diesen Artikel: Tipps und Tools fürs Internet

1. Der grafische Network-Manager

Sowohl für Ethernet als auch für WLAN erfolgt die grafische Netzwerkverwaltung unter fast allen Desktop-Distributionen über das Applet des Network-Managers in der Systemleiste. Auf Gnome-affinen Distributionen können Sie die dafür zuständigen Komponenten notfalls auch über

sudo apt-get install network-manager network-manager-gnome

nachinstallieren. In Ubuntu erscheint das Icon in der Systemleiste am oberen Bildschirmrand. Nach einem Klick darauf sehen Sie ein Menü mit einer Liste der verfügbaren Funknetzwerke. Klicken Sie das gewünschte an, geben Sie hinter „Passwort“ den WPA-Schlüssel ein, und klicken Sie auf „Verbinden“. Ist eine Ethernet-Verbindung aktiv, erscheint dieses unter „Kabelnetzwerk“. Im Menü gibt es außerdem die Einträge „Netzwerk aktivieren“ und bei WLAN „Funknetzwerk aktivieren“. Vor beiden muss ein Häkchen gesetzt sein, damit die Verbindung funktioniert.

Bei Fehlfunktionen sollten Sie über „Verbindungen bearbeiten“ die Einstellungen prüfen und gegebenenfalls ändern. Wählen Sie etwa „Kabelnetzwerkverbindung 1“, klicken Sie auf „Bearbeiten“ und gehen Sie auf die Registerkarte „IPv4-Einstellungen“. Hinter „Methode“ sollte hier „Automatisch (DHCP)“ eingetragen sein. Es ist nur in Ausnahmefällen ratsam (Server, Access Points, Netzdrucker), feste IP-Adressen manuell zu konfigurieren, damit das Gerät immer unter der gleichen IP-Adresse erreichbar ist (siehe -> Punkt 9).

Tipp: Der Network-Manager unterstützt keine deutschen Umlaute beim WLAN-Passwort. Vermeiden Sie daher WLAN-Kennwörter mit „ä“, „ö“, „ü“, „ß“ in der Router- oder Access-Point-Konfiguration.

Aktuelle Linux-Systeme nutzen den Network-Manager für den Verbindungsaufbau. Das Tool steuert über „Verbindungsinformationen“ sogar subtile Details wie die MTU-Paketgrößen.

2. Klassische Netzwerk-Konfiguration

Distributionen ohne Network Manager verwenden die klassische Linux-Konfiguration über die Datei /etc/network/interfaces. Deren Einträge haben in jedem Fall Vorrang vor denen des Network-Managers. Fehlerhafte Angaben an dieser Stelle können daher auch den Network-Manager lahmlegen. Standardmäßig enthält die Datei interfaces auf Desktop-Systemen nur die zwei Zeilen

auto lo
iface lo inet loopback

für den Loopback-Adapter (siehe dazu -> Punkt 3).

Für einen Server ohne grafischen Network Manager wären die folgenden Zeilen eine gültige Konfiguration für den Ethernet-Adapter, der hier die feste IP „100“ beziehen soll:

auto eth0
iface eth0 inet static
address 192.168.0.100
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.0.1
dns-nameservers 8.8.8.8

Der Adressraum „192.168.0.x“ muss natürlich angepasst werden, bei Fritzbox-Routern ist „192.168.178.x“ typisch. Spielt die IP keine Rolle (dynamisch über DHCP), dann genügen zwei Zeilen:

auto eth0
iface eth0 inet dhcp

Die Einstellungen werden erst nach einem Neustart wirksam.

3. Netzwerkadapter mit ifconfig im Griff

Das Terminaltool ifconfig ist unentbehrlich für die Anzeige der Netzadapter und beherrscht auch fundamentale Eingriffe. Bei purer Eingabe ifconfig erhalten Sie die IP-Adresse des Geräts, die physikalische MAC-Adresse des Netzadapters, ferner die Download- (RX) und Upload-Datenmenge (TX) seit dem letzten Systemstart. Der Ethernet-Adapter erscheint als „eth0“ (oder „enp6s0“), der WLAN-Adapter als „wlan0“. Die angezeigte „lo“-Schnittstelle mit der IP-Adresse 127.0.0.1 existiert nicht physisch: Bei dieser „lokalen Schleife“ (Loopback) handelt es sich um eine zum lokalen System zurückführende Schnittstelle, womit lokale Prozesse via TCP/IP miteinander kommunizieren.

Wenn ifconfig nur den virtuellen Loopback Adapter „lo“ anzeigt, hat Linux den Ethernet-Adapter Hardware-technisch nicht erkannt. Bei Ethernet-Adaptern ist das so gut wie ausgeschlossen. Was Sie bei WLAN-Adaptern in diesem Fall unternehmen können, lesen Sie im Hardware-Kasten („WLAN-Adapter unter Linux“).

Mit „down“ und „up“

sudo ifconfig eth0 down

schalten Sie einen Adapter, in diesem Fall mit „eth0“ den Ethernet-Anschluss, aus oder wieder ein.

Der nachfolgende Befehl

sudo ifconfig eth0 192.168.0.222

fordert eine neue lokale IP-Adresse vom Router. Dies führt zwar zu einer inkonsistenten Netzkonfiguration, sollte aber nach wie vor den Zugriff auf die Router-Oberfläche ermöglichen. Dort können Sie dann diese Wunsch-IP als feste IP festlegen.

Download- (RX) und Upload-Menge (TX): Ifconfig zeigt unter anderem auch den Datendurchsatz am betreffenden Adapter seit dem Systemstart.

4. WLAN-Konfiguration mit iwconfig und iwlist

Die manuelle Konfiguration des WLAN-Adapters ist nur nötig, wenn Sie einen Headless-Server ohne Monitor, Maus, Tastatur per SSH konfigurieren. Folgende Kombination von Netzwerkkommandos, die allesamt zum Linux-Standard gehören, kann das erledigen:

sudo iwlist scanning
sudo iwconfig wlan0 essid [Netzname] key s:[Passwort]
sudo dhclient wlan0

iwlist zeigt zunächst die verfügbaren Funknetze (Netznamen als „ESSID“), und iwconfig verbindet zum gewünschten Netz: Nach „essid“ folgt der Netzname, nach „key“ das WLAN-Passwort. Da nicht der hexadezimale Schlüssel, sondern das Passwort übergeben wird, muss das mit „s:“ signalisiert werden. Zu guter Letzt bezieht der Rechner mit dhclient eine IP-Adresse vom Router.

Speziell bei Ubuntu-basierten Systemen ist diese Vorgehensweise aber oft erfolglos. Hier empfiehlt sich auch bei späteren Headless-Servern zunächst die Grundkonfiguration des Funknetzes mit dem grafischen Network Manager.

5. LAN-Rechner mit ping prüfen

Ping gehört überall zur Linux-Standardausstattung. Das einfache Tool prüft, ob der aktuelle PC Verbindung zum Router („ping 192.168.0.1“) hat oder ob ein anderer PC im lokalen Netz („ping 192.168.0.10“) erreichbar ist. Neben der schlichten Recherche, ob sich der befragte Host überhaupt meldet, gibt es auch qualitative Aussagen: Im Heimnetz sollten keine verlorenen Datenpakete auftreten („packet loss“) und die Antwortzeiten unter zehn Millisekunden liegen, während Pings ins Web selten unter 20 Millisekunden antworten.
Ping ohne Counter („-c“) läuft endlos, lässt sich aber mit der Tastenkombination Strg-C abbrechen. Ist der Router mit ping nicht erreichbar, hilft oft das Aus- und Einschalten des Netzwerkadapters, um eine neue IP-Adresse zu beziehen.

6. Nmap-Pings an alle Geräte im lokalen Netz

Ping (siehe -> Punkt 5) kann Hostnamen auflösen („ping fritz.box“), übersetzt aber keine IP-Adressen zu Hostnamen. Außerdem kann es – ohne Scriptunterstützung – nur auf eine Adresse losgeschickt werden. Für eine Komplettübersicht im lokalen Netz hilft nmap. Nmap ist in der Regel nicht vorinstalliert, aber mit seinem Paketnamen „nmap“ in allen Repositories erhältlich. Folgende nmap-Kommandos

nmap -sP 192.168.0.1-50
nmap -sP 192.168.0.*

schicken Ping-Anfragen an die ersten 50 und alle 255 Adressen des Adressraum. Der schnelle Ping-Scan zeigt dann alle laufenden Netzgeräte mit Host-Namen und IP-Adresse.
Ohne Ping-Parameter („-sP“) macht nmap sorgfältige und zeitaufwändige Portscans: Sie erhalten zu jedem Rechner Host-Namen, IP-Adresse, MAC-Adresse und die Liste aller offenen Ports. Ist der Vorgang für den gesamten lokalen Adressraum zu langwierig, lässt sich auch ein einzelner PC befragen (nmap 192.168.0.10 oder auch mit Hostnamen nmap raspberry).

Überblick mit nmap: Der Portscanner taugt auch für einfache Ping-Abfragen im gesamten lokalen Adressraum und löst dabei die Host-Namen auf.

7. Netzwerksicherheit mit Nmap-Portscans

Risiken für Ihr Heimnetz entstehen durch offene Ports, die den Zutritt über das Internet in Ihr lokales Netz erlauben. Handelt es sich um Portfreigaben im Router, die Sie selbst eingerichtet haben, dann ist das in Ordnung, wenn nicht, bedeuten offene Ports Alarmstufe rot. Kontrolle über eventuell vergessene Portfreigaben erhalten Sie im Router, so etwa in der Fritzbox unter „Internet -> Freigaben -> Portfreigaben“. Einen objektiven Test, der auch innere Feinde in Form von laufender Schadsoftware entlarvt, können Sie mit nmap realisieren.

Zunächst müssen Sie Ihre öffentliche IP-Adresse ermitteln. Die kennt zum Beispiel Ihr Router („Übersicht“ in der Fritzbox), sie kann aber auch mit einem Tool wie inxi ermittelt werden („WAN IP“ nach Eingabe inxi -i). Die öffentliche WAN-IP, beispielweise 178.23.136.15, prüfen Sie dann mit diesem Kommando:

sudo nmap -Pn 178.23.136.15

Dabei untersucht nmap die Standardports von 1 bis 1000. Sämtliche Ports erfassen Sie mit diesem Befehl:

sudo nmap -Pn -p0-65535 178.23.136.15

Dieser Scan durchläuft alle Ports von 1 bis 65535 und dauert sehr lange. Als Ergebnis sollten Sie, sofern Ihr Netz für das Internet komplett geschlossen sein soll, die Antwort erhalten „All scanned ports are filtered“. Wo immer das nicht der Fall ist und die Ursache unklar, weil dafür keine Portfreigabe im Router vorliegt, gehen Sie mit der angezeigten Portnummer der Sache auf den Grund:

sudo nmap -sV -Pn -p[Nummer] 178.23.136.15

Mit Schalter „-sV“ zeigt nmap an, welches Programm oder welcher Dienst diesen Port benutzt. Ist dieser Prozess unerwünscht, beenden Sie den Verursacher mit einem Taskmanager umgehend (in der „Systemüberwachung“ oder mit top/htop im Terminal) und dauerhaft durch Deinstallieren und Löschen der Programmdateien.

„All ports filtered“: Dieses nmap-Ergebnis stellt sicher, dass Ihr lokales Netz über das Internet nicht erreichbar ist. Offene Ports würde nmap als „OPEN“ melden.

8. MAC-Adressen mit arp ermitteln

Jeder Netzadapter hat eine eindeutige MAC-Adresse der Form C2:22:09:F2:5F:E8 (sechs zwei-stellige Hexadezimalzahlen). Die brauchen Sie zum Beispiel dann, wenn Sie im Router feste IP-Adressen oder Zugangskontrollen einrichten wollen (siehe -> Punkt 9). Der Router selbst kennt und zeigt natürlich sämtliche MAC-Adressen. Am lokalen Rechner zeigt ifconfig (siehe -> Punkt 3) immerhin dessen MAC-Adresse(n) als „Hardware Adresse“ an. Der Befehl arp (Address Resolution Protocol) kann noch mehr:

arp –a

Dies wirft die MAC-Adressen aller in letzter Zeit verbundenen Netzgeräte aus. Da der Arp-Cache seine Daten periodisch verwirft, ist vielleicht momentan genau das gesuchte Gerät nicht in der Liste. Wenn Sie aber vorher einen Ping an das Gerät schicken und dann arp -a befragen, erhalten Sie zuverlässig die MAC-Adresse des entfernten Geräts.

9. Feste IPs im Router einrichten

Server, aber auch Geräte wie Access Points, WLAN-Repeater oder Netzwerkdrucker verdienen eine feste lokale IP-Adresse, damit Sie Konfigurationsoberflächen oder Daten zuverlässig erreichen (etwa via Browser-Lesezeichen oder in Scripts). Die Vergabe fester IP-Adressen erledigt am besten zentral der Router, der die IPs als DHCP-Server vergibt. Der betreffende Punkt kann „DHCP-Reservierung“ oder ähnlich lauten. In der Fritzbox finden Sie diese Möglichkeit unter „Heimnetz –> Netzwerk“. Dort erscheint für die eingetragenen Netzwerkgeräte die Option „Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IP-Adresse zuweisen.“

Dabei kann aber nur die gerade aktuelle IP als künftig konstante IP eingestellt werden. Wenn Sie eine ganz bestimmte andere IP wollen, lassen Sie sich unter „Heimnetz -> Heimnetzübersicht“ die Details des gewünschten Netzgeräts anzeigen und notieren sich die MAC-Adresse („Geräteinformation“). Danach verwenden Sie „Heimnetz -> Heimnetzübersicht -> Netzwerkverbindungen -> Gerät hinzufügen“. Dort können Sie unter Angabe der „MAC-Adresse“ die Wunsch-IP vergeben. Der Router wird melden, dass ihm das Gerät unter einer anderen IP bekannt ist, und Sie müssen mit „OK“ bestätigen, dass Sie die Einstellung überschreiben wollen. Danach sollten Sie das Gerät (oder dessen Netz-Adapter) neu starten.

Feste IP für bestimmte Netzgeräte: Diese Aufgabe löst mancher Lowcost-Router logischer als die Fritzbox – hier ein Dlink-Router unter „DHCP-Reservierung“.

10. Server: Fritz-NAS als zentraler Speicher

Wer „nur“ einen zuverlässigen Datenserver braucht und eine Fritzbox als Router besitzt, braucht nicht notwendig einen Server oder Platinenrechner. Mit der Fritzbox reduziert sich der Einrichtungsaufwand auf ein Minimum: Wenn Sie unter „Heimnetz -> Speicher (NAS)“ die NAS-Funktion über „Speicher (NAS) aktiv“ einschalten, ist sofort der interne Speicher im Netz verfügbar. 512 MB bis 1,5 GB bieten neuere Fritzboxen an internem Speicher an. Das reicht natürlich nicht für einen Datenserver. Sobald Sie aber an einen der beiden USB-Ports einen USB-Datenträger anschließen, wird dieser unter „Heimnetz -> Speicher (NAS)“ angezeigt und kann dort durch die Klickbox aktiviert werden.

Das Fritz-NAS arbeitet wie eine Samba-Freigabe unter Linux: Der Standard-Hostname „fritz.nas“ (Standard-IP ist xxx.xxx.xxx.254) erscheint unter „Netzwerk“ im Dateimanager von Linux- und Windows-PCs, und die Daten lassen sich nutzen, sofern sich der Netzteilnehmer ausweisen kann. Die Einrichtung mindestens eines Benutzerkontos erledigen Sie unter „System -> Fritz!Box-Benutzer“. An dieser Stelle sind differenzierte Schreib- und Leserechte und Ordnerfreigaben möglich wie unter Linux üblich. Standardmäßig gibt die Fritzbox „Alle…verfügbaren Speicher“ mit Lese- und Schreibrecht frei.

Fritz-Datenserver auf der Konfigurationsoberfläche und im Dateimanager: Die Einrichtung eines USB-Datenträgers im Fritz-NAS ist einfacher als jede Server-Lösung.

11. Server-Freigaben mit Samba im Terminal

Wer es sich bequem machen will, wird auch auf einem ferngewarteten Platinenserver ein Serversystem mit einer klickfreundlichen Weboberfläche einsetzen. Erste Wahl für Raspberry & Co ist aktuell die NAS-Distribution Open Media Vault (openmediavault.org). Wirklich notwendig ist ein solcher Überbau für einen einfachen Datenserver im Heimnetz allerdings nicht. Wenige Kommandos im Terminal des Servers oder per SSH auf einem anderen Netzrechner (siehe -> Punkt 13 und 17) genügen, um Netzwerkfreigaben via Samba einzurichten. Voraussetzung ist zunächst ein installiertes Samba-Server-Paket (bei Server-Distributionen meist schon vorinstalliert):

sudo apt update
sudo apt upgrade
sudo apt install samba-common samba

Jeder Benutzer, der auf Freigaben zugreifen darf, muss ein Systemkonto mit Passwort besitzen:

sudo adduser sepp

Das Benutzer-Passwort wird nach Eingabe dieses Befehls automatisch abgefragt.
Ferner muss der Benutzer zusätzlich ein Samba-Kennwort erhalten, denn Samba hat seine unabhängige Kennwortverwaltung:

sudo smbpasswd -a sepp

Danach genügt folgender Befehl, um ein Verzeichnis dauerhaft über das Netzwerk freizugeben:

sudo net usershare add sepp /home/sepp "" sepp:f

Hier wird das Verzeichnis /home/sepp als Freigabe mit dem Namen „sepp“ für den gleichnamigen User im Netzwerk freigegeben.

12. Samba-Konfiguration in der Datei smb.conf

Samba verwendet als einzige Konfigurationsdatei /etc/samba/smb.conf. Darin sind die Basis-Einstellungen für den Samba-Server und auch die Freigaben festgelegt. Das Editieren der smb.conf ist umfassender und oft auch bequemer als net-Befehle auf der Kommandozeile:

sudo nano /etc/samba/smb.conf

Arbeitsgruppe: Mit „workgroup=WORKGROUP“ unter „[global]“ legen Sie die Arbeitsgruppe fest. Windows verwendet die Gruppe ebenfalls standardmäßig, sodass Sie die Einstellung belassen können. Wenn Sie in Ihrem Netzwerk eine anders benannte Gruppe verwenden, ändern Sie den Wert entsprechend. Für den Zugriff auf die Freigaben ist die Arbeitsgruppe nicht wesentlich, jedoch zeigen Linux-Datei-Manager nicht einfach alle Rechner mit Freigaben in einer Liste an, sondern organisieren sie in Arbeitsgruppen unterhalb von „Windows-Netzwerk“. Sie sparen sich unnötige Mausklicks, wenn Sie alle Rechner in derselben Gruppe unterbringen.

Home-Verzeichnisse freigeben: Weiter unten in der smb.conf gibt es einen auskommentierten Abschnitt, der mit „;[homes]“ beginnt. Entfernen Sie die Kommentarzeichen (Semikolon), um die Home-Verzeichnisse aller Benutzer standardmäßig freizugeben. Soll auch der Schreibzugriff erlaubt sein, ändern Sie „read only = yes“ auf „read only = no“. Wenn ein authentifizierter Benutzer auf den Server zugreift, sieht er nur sein eigenes Home-Verzeichnis als Freigabe.

Allgemeine Freigaben: Eine neue Freigabe für ein beliebiges Verzeichnis lässt sich über drei Zeilen realisieren, die Sie am Ende der Datei smb.conf einfügen:

[data]
path = /media/data
writeable = no

In diesem Beispiel wird das Verzeichnis „/media/data“ unter der Bezeichnung „data“ freigegeben. Der Ordner muss existieren und die Benutzer müssen auf der Ebene des Dateisystems zumindest Leserechte besitzen.

Achtung: Änderungen in der smb.conf werden erst wirksam, wenn Sie den Samba-Dienst mit

sudo service smbd restart

neu starten:

Samba konfigurieren: Alle nötigen Einstellungen für den Samba-Server und die Netzwerk-Freigaben nehmen Sie in der Datei /etc/samba/smb.conf vor.

13. SSH-Serverwartung mit Linux und Mac OS X

Kein Server ohne Secure Shell (SSH)! Selbst wenn Sie einen (Raspberry-) Server mit Webserver und freundlicher Konfigurationsoberfläche betreiben, bleibt die SSH-Wartung auf der Kommandozeile das umfassendste, schnellste und direkteste Werkzeug. Einzige Voraussetzung auf dem Server ist ein installierter Open-SSH-Server (auf typischen Server-Distributionen wie Cent OS, Ubuntu Server oder Open Media Vault standardmäßig installiert und aktiv). Wo er noch fehlt, ist das mit

sudo apt-get install openssh-server

leicht zu korrigieren.
Die Client-Komponente für den Fernzugriff bringt jedes Linux- und Mac-System mit. Dort genügt dann der Befehl

ssh [benutzer]@[IP-Adresse]

für die Anmeldung auf dem entfernten Server, also etwa:

ssh root@192.168.0.10

Beim allerersten Zugriff auf einen Server ist dem Client-System der Rechner noch nicht bekannt, und Sie müssen die Verbindung mit „yes“ bestätigen. Künftig entfällt diese Abfrage, weil der Fingerabdruck des Servers auf dem Client unter .ssh/known_hosts gespeichert wird. Nach Erlaubnis der Verbindung mit „yes“ erfolgt die Abfrage des User-Kennwort. Auf dem Remote-Terminal können Sie alle Befehle verwenden wie in einem lokalen Terminal. Sie bearbeiten Konfigurationsdateien, installieren Programme mit apt-get oder versorgen das System mit Updates. Der Befehl exit oder die Tastenkombination Strg-D beenden die SSH-Verbindung.

14. SSH-Datenaustausch mit dem Midnight Commander

Der Midnight Commander (MC) erlaubt unter Linux und Mac OS den direkten Datenaustausch zwischen Server und Client (anstatt über scp-Kommandos oder auf dem Umweg von Samba-Freigaben). Es beherrscht nämlich selbst SSH über die Option „Shell-Verbindung“ in den Menüs „Links/Rechts“. Wie bei ssh auf der Kommandozeile geben Sie hier den Servernamen oder die IP-Adresse an, optional bereits mit dem gewünschten User (etwa: root@192.168.0.10). Nach Eingabe des Kennworts zeigt der Midnight Commander in einer Fensterhälfte das Dateisystem des Servers, in der anderen das des zugreifenden Client – Sie können als root sofort Dateien im gesamten Dateisystem austauschen.

Der MC erwartet die Kommunikation über den SSH-Standardport 22. Für abweichende Ports gibt es eine spezielle Lösung: Legen Sie auf dem zugreifenden Linux-Client-System (nicht auf dem Server!) unter ~/.ssh die Datei „config“ neu an. Dort definieren Sie einen oder auch mehrere Server in folgender Weise:

Host raspi
Hostname 192.168.0.20
Port 12345
User root

Ab sofort genügt es, im MC beim Eingabefeld der „Shell-Verbindung“ als Host den Namen „raspi“ einzugeben. Alle übrigen Infos über IP, Port, User liest der MC aus der config-Datei.

Der Midnight Commander beherrscht SSH und bringt das Dateisystem des Servers direkt zum SSH-Client. Links sehen Sie den bereits verbundenen Server, rechts den Client-PC.

15. Linux-Dateimanager und Netzressourcen

Linux-Dateimanager wie Nautilus (Ubuntu) oder Nemo (Mint) können mit allen Netzressourcen inklusive Samba, FTP, Webdav und SSH umgehen. Wenn Sie in der Navigationsspalte auf  „Netzwerk“ gehen, werden die Netzrechner angezeigt, Windows- und Samba-Freigaben unter „Windows-Netzwerk“. Über die Adresszeile (editierbar nach Strg-L) können Sie direkte Serveradressen eingeben. Bei Windows- und Samba-Freigaben verwenden Sie „smb://[Server]/[Freigabename]“, wobei statt „[Rechner]“ immer auch die IP-Adresse des Servers funktioniert. Bei der Fernwartung von Servern mit SSH bieten Dateimanager oft komfortablere Bearbeitungsmöglichkeiten als das SSH-Terminal. Eine typische Adresse im Dateimanager könnte so lauten:

ssh://root@192.168.0.8[:Port]

Die Angabe der Portnummer ist nur notwendig, wenn der Port vom Standard „22“ abweicht. Nach der Anmeldung kopieren und bearbeiten Sie Daten bequem und sicher direkt im Dateimanager über das Protokoll SFTP.

Mit dem grafischen Dateimanager auf dem SSH-Server: Desktop-Dateimanager wie hier Nemo unter Linux Mint beherrschen das SSH-Protokoll ebenso wie Samba oder FTP.

16. Grafische Programme über SSH (X11-Forwarding)

Sofern es auf dem Server grafische Programme gibt, lassen sich diese auch über SSH starten und auf dem Client-PC anzeigen. Unter Linux als zugreifender Client ist der Aufwand am geringsten: Hier verwenden Sie beim SSH-Aufruf einfach den Schalter „-X“ (Großschreibung!):

ssh –X root@192.168.0.10

In der SSH-Konsole starten Sie dann etwa mit thunar oder gedit das gewünschte, grafische Programm.
Der SSH-Client von Mac OS X unterstützt nur die pure Kommandozeile. Für grafisches X11-Forwarding ist die zusätzliche Komponente XQuartz erforderlich (http://xquartz.macosforge.org/landing/).

17. SSH-Clients unter Windows (Putty / Xming)

Wenn Sie einen Linux-Server mit einem Windows-PC warten wollen, sind Sie auf Putty oder seinen fast identischen Klon Kitty angewiesen (auf Heft-DVD, Downloads und Infos unter www.putty.org und www.9bis.net). Kitty unterscheidet sich dadurch, dass es die automatische Übergabe des Passworts erlaubt („Connection -> Data“) und damit eine automatische Anmeldung, ferner dass es die Server-Daten in Klartextdateien unter \Kitty\Sessions ablegt (statt in der Windows Registry).

Putty/Kitty bieten die komfortable Verwaltung mehrerer Server. Die Basiskonfiguration ist einfach: Geben Sie unter „Host Name“ den Rechnernamen oder die IP-Adresse des Servers an. Mit „Connection type: SSH“ und dem vorgegebenen Standardport 22 können Sie sich mit „Open“ sofort verbinden. Für häufigeren Zugriff lohnt es sich, unter „Saved Sessions“ eine aussagekräftige Bezeichnung zu verwenden, „Appearance“, „Color“ und „Data“ (Benutzer) einzustellen und dies mit „Save“ dauerhaft zu speichern. Unter „Window -> Translation -> Remote character set“ sollten Sie den Eintrag „UTF-8“ wählen, damit Sonderzeichen und Linien in der SSH-Konsole korrekt angezeigt werden. Putty/Kitty dienen ausschließlich als SSH-Vermittlungsclient und Serververwaltung, die eigentliche Arbeit geschieht wie unter Linux im Terminal.

Grafische Programme über X11-Forwarding: Auch unter Windows bringen Sie grafische Programme des Servers auf den Desktop. Neben Putty/Kitty benötigen Sie dazu noch den kostenlosen X-Server Xming (http://sourceforge.net/projects/xming/). Xming muss laufen, bevor Sie die SSH-Session starten. Unter Putty/Kitty aktivieren Sie die maßgebliche Option unter „Connection -> X11 -> Enable X11 forwarding“ und tragen als „X display location“ die Angabe „localhost:0“ ein. Sichern Sie die Konfiguration mit „Session -> Save“. Die so gestartete SSH-Sitzung erlaubt wie unter Linux den Aufruf von grafischen Programmen.

Putty/Kitty unter Windows: Die Angabe der IP-Adresse und des Ports (Standard 22 ist voreingestellt) genügen. Benutzer und Kennwort werden dann bereits in der Konsole abgefragt.

Netzwerk-Hardware

Nachfolgend geht es um den Umgang mit der wichtigsten Netzwerk-Hardware, Optionen des Netzwerkausbaus und wichtige Konfigurationsmöglichkeiten. Ein Großteil dieser Infos gilt Betriebssystem-unabhängig: Für Router, Switch, Access Point, Repeater, Powerline-Adapter spielt das System eines Netzwerkgeräts keine Rolle.
Generell gilt im Netzwerk noch deutlicher als anderswo: Wenn die Hardware unzureichend, veraltet oder defekt ist, helfen keine Software-Tipps. Insbesondere bei diffusen Phänomenen eines zeitweise funktionierenden, aber immer wieder unterbrechenden Netzwerks sind Fehleranalyse und Austausch der Komponente alternativlos. Ein stabil langsames Netz ist hingegen nur eine Frage der Toleranz: Ausbaumöglichkeiten gibt es genug.

Die Router-Adresse

Die zahlreichen Router-Funktionen lassen sich in dessen Konfigurationsoberfläche über den Browser steuern. Dessen IP-Adresse lautet oft 192.168.178.1 oder 192.168.0.1, ist aber auch leicht zu ermitteln. Der Befehl

ip route show

zeigt die Adresse nach „default via …“ an. Im Prinzip genügt auch der Befehl ifconfig, wenn Sie im vierten Block der IPv4-Adresse statt der angezeigten Ziffer (die IP des aktuellen Geräts) die „1“ einsetzen.

Der Router zeigt eine wichtige Geräteübersicht mit allen Gerätenamen, IP- und MAC-Adressen (in der Fritzbox unter „Heimnetz -> Heimnetzübersicht“). Einige weitere fundamentale Router-Optionen wie die Vergabe von festen IP-Adressen oder den Hinweis auf das Fritzbox-NAS finden Sie im Haupttext (-> Punkt 9 und 10).

Der Gigabit-Switch

Im lokalen Netz verläuft nicht der gesamte Datenverkehr durch den Router: Wenn in einem Raum Kabelnetz verfügbar ist und dort ein Netzwerk-Switch mehrere Endgeräte verbindet, dann regelt der Switch den Datenaustausch dieser Geräte direkt – ohne Umweg zum Router und vor allem ungeachtet des sonstigen Netzdurchsatzes. Es wäre also falsch, im Hinblick auf die allgemeine Netzwerkleistung (Fast Ethernet, Powerline, WLAN?) auf einen Gigabit-Switch zu verzichten. Wenn die angeschlossenen Clients Gigabit-Ethernet beherrschen, lässt sich der Datenaustausch dieser Geräte erheblich optimieren.

WLAN-Adapter unter Linux

Externe WLAN-Adapter an USB sind nicht immer Linux-kompatibel. Wer Treiberproblemen aus dem Weg gehen will, kann sich an die folgenden preiswerten Empfehlungen halten (Preise bei amazon.de und conrad.de, Dezember 2016):

Edimax EW-7811UN Wireless USB Adapter (6,80 €)
Asus N10 Nano WLAN-Stick (10,15 €)
TP-Link TL-WN823N N300 Mini WLAN USB Adapter (10,00 €)
CSL 300 Mbit/s USB 2.0 WLAN Stick (12,50 €)
Fritz!Wlan USB Stick-N v2.4 (22,99 €)

Viele weitere WLAN-Adapter sind Linux-tauglich oder werden es nach gewisser Handarbeit. Eine Übersicht für Ubuntu-basierte Systeme (incl. Linux Mint) gibt die Seite https://wiki.ubuntuusers.de/WLAN/Karten/.

Troubleshooting: Wenn Linux keinen Treiber für den WLAN-Chipsatz eines Notebooks oder für einen USB-WLAN-Adapter anbietet, bleibt die Netzwerkschnittstelle unerkannt und der Network Manager an der grafischen Oberfläche kann keine Funknetze anbieten. Dann gilt es herauszufinden, mit welchem Chipsatz ein Gerät arbeitet. Bei Netzwerkkarten und internen Chips gehen Sie im Terminal

lspci |grep -i network

ein: Sie erhalten eine Liste aller Netzwerkgeräte im PCI-Bus mit Hersteller, Typenbezeichnung und Revisionsnummer. USB-Adapter sind weniger gesprächig. Eventuell zeigt der Stick selbst eine genaue Typenbezeichnung inklusive Revisionsnummer. Notfalls hilft der Befehl lsusb. Der zeigt Hersteller und Geräte-ID im Format XXXX:YYYY:

BUS 003 Device 004: ID 2001:3c15 D-Link Corp.

Der Teil vor dem Doppelpunkt bezeichnet den Hersteller (XXXX), die darauf folgende Zeichenkette (YYYY) ist das Gerät, in diesem Fall „3c15“. Beides ist auf der Seite www.linux-usb.org/usb.ids zu entschlüsseln. Nutzen Sie hier die Suchfunktion im Browser, um den exakten Gerätenamen mit Revisionsnummer anhand der ID zu ermitteln. Die Nummer ist wichtig, da viele Hersteller verschiedene Chipsätze verbauen, ohne die Typenbezeichnung zu ändern.

Mit der exakten Typenbezeichnung ist viel erreicht: Damit kann eine gezielte Suche nach Linux-Treibern starten. Erste Anlaufstelle ist nicht der Hersteller, sondern das Supportforum der verwendeten Distribution. Eine der besten Ressourcen im Web ist die schon genannte Adresse http://wiki.ubuntuusers.de/WLAN/Karten mit Hinweisen und Installationsanleitungen. Etliche Module für WLAN-Chipsätze gibt es für verbreitete Distributionen als fertiges Paket. Dann ist der Modulname über den Paketmanager der Distribution zu finden.

WLAN-Repeater einrichten

Ein Repeater vergrößert die Reichweite des Funksignals. Die je nach Ausstattung und Sendeleistung zwischen 20 und 100 Euro teuren Geräte sind die einfachste Methode, mangelhaftes WLAN zu verbessern. Leistungstechnisch sind aber andere Alternativen überlegen (siehe unten: Access Point, Powerline).

Falls es für eine Repeater-Ersteinrichtung keine WPS-Option gibt, können Sie das Gerät auch manuell einrichten. Dazu stecken Sie das Gerät in der Nähe eines PCs in eine Steckdose. Danach klicken Sie unter Linux auf den Network-Manager in der Systemleiste. Hier sollte ein zusätzliches Netz mit dem Namen des Repeaters erscheinen, mit dem Sie sich „Verbinden“. Der Sicherheitsschlüssel lautet oft „00000000“, ein eventuell abweichendes Standardkennwort verrät das Doku-Heftchen. Danach laden Sie die Repeater-Konfigurationsoberfläche im Browser. Netzwerknamen wie etwa „fritz.repeater“ funktionieren nicht immer. In diesem Fall müssen Sie die IP-Adresse des Repeaters eingeben, die Sie über die Liste der WLAN-Geräte im Router herausfinden. Einzige fundamentale Einstellung in der Konfiguration ist die Wahl des Funknetzes, das der Repeater verstärken soll. Aktivieren Sie in dieser Liste den Namen Ihres Netzes, und geben Sie das Kennwort für dieses Funknetz ein.

Bei der automatischen Ersteinrichtung übernehmen Repeater den Netznamen (SSID) der Basisstation. Das ist von Nachteil, wenn Sie mit Tablets oder Smartphones in der Wohnung unterwegs sind: Viele Geräte wechseln zwar automatisch zum Sender mit der optimalen Signalstärke, aber längst nicht alle und nicht alle schnell genug. Daher ist es besser, selbst entscheiden zu können, mit welchem WLAN-Sender man sich verbindet. Dazu sollte der Repeater einen eigenen Namen melden wie etwa „Repeater“. Dies lässt sich in der Konfigurationsoberfläche einstellen, etwa beim Fritz Repeater unter „WLAN -> Funkeinstellungen“.

Bei einem Repeater besteht wenig Tuningbedarf, aber es ist immer besser, wenn Sie die Konfigurationsoberfläche über eine feste IP erreichen. Geräte wie der Fritz Repeater bieten diese Möglichkeit nicht an. Die feste IP müssen Sie daher im Router definieren, wie im Haupttext unter -> Punkt 9 beschrieben.

WLAN-Access-Points einrichten

Wo das Router-Funknetz wichtige Räume nicht abdeckt, verwenden Sie an diesem Standort vorzugweise einen Access Point. Der bietet für etwa 40 Euro aufwärts deutlich besseren Datendurchsatz als ein Repeater, setzt allerdings voraus, dass am betreffenden Ort ein Zugang zum Kabelnetz besteht. Ob es sich dabei um eine direkte Kabelvernetzung handelt oder um eine Powerline-Brücke, spielt keine Rolle.

Ein Access Point wie etwa der abgebildete D-Link DAP-2310 (circa 65 Euro) wird über seinen Ethernet-Port mit CAT-Kabel am geeigneten Ort mit dem Kabelnetz verbunden. Sobald angeschlossen, lässt sich der Access Point über seine IP-Adresse am PC im Browser konfigurieren. Access Points nehmen sich per Werkseinstellung eine IP, die das Handbuch verrät, aber auch in der Geräteliste des Routers leicht zu finden. Mit der IP-Adresse laden Sie im Browser die Konfigurationsoberfläche des Access Points. Ab Werk bringt Sie eventuell der Benutzer „admin“ und leeres Kennwort in die Konfiguration. Im Zweifel sind die Zugangsdaten im Handbuch vermerkt. Sorgen Sie dann dafür, dass der „admin“ ein echtes Kennwort erhält und das Gerät künftig eine selbstdefinierte, feste IP (das geht sowohl in der Gerätekonfiguration als auch zentral im Router).

Das Einrichten des neuen Funknetzes geschieht unter „WLAN“, „Wireless“ oder „Drahtlos“ und erfordert die üblichen WLAN-Infos – also einen Netzwerknamen (SSID), den Verschlüsselungstyp sowie das Zugangskennwort. Danach können sich mobile Geräte zum  neuen Funknetz verbinden oder je nach Standort zur Basisstation. Verwenden Sie besser klar unterscheidbare SSID-Namen für das Router-Funknetz und für dasjenige des Access Points.

Repeater mit Ethernet-Port

Wenn Sie in Ihrem Netzwerk eindeutig auf WLAN setzen, kann sich die Situation ergeben, dass Sie punktuell eine Ethernet-Anbindung brauchen: Das wird etwa notwendig, wenn Sie fernab vom Router einen Netzwerkdrucker verwenden möchten, der kein WLAN, aber einen Ethernet-Port anbietet. Ein weiteres Beispiel wäre ein Linux-Rechner, der eine Kabelverbindung nutzen soll, um einem Treiberproblem mit WLAN aus dem Weg zu gehen.

Die einfachste Lösung für diese Aufgabe ist ein WLAN-Repeater mit zusätzlichem Ethernet-Port ab circa 20 Euro bis 100 Euro (je nach Ausstattung und Sendeleistung). Sie stecken den Repeater einfach am gewünschten Ort in die Steckdose und verbinden Repeater und Drucker oder PC mit einem CAT-Netzkabel. Leistungsstärker, kaum teurer, aber geringfügig aufwändiger ist der Einsatz zweier Powerline-Adapter (etwa ab 50 Euro).

Altgeräte als Repeater/Access Point

Besitzen Sie neben einer als Router genutzten Fritzbox noch eine ausgediente Fritzbox (auch „Speedport“), dann können Sie sich den Kauf eines Repeaters sparen. Die Geräte ergänzen sich als Basisstation und Repeater und bieten die Zusammenarbeit in der Konfigurationsoberfläche sogar direkt an. Die Option finden Sie unter „Erweiterte Ansicht“ im Menü „WLAN / Repeater“. Dort stellen Sie ein, was als Basis und was als Repeater arbeiten soll.

Beim Einsatz als Access Point gibt es keine Einschränkungen hinsichtlich des Geräteherstellers. Hier arbeiten auch Router und Altgeräte unterschiedlicher Hersteller zusammen: Schließen Sie den alten Router mit CAT-Kabel an das Kabelnetz an. Dessen Konfigurationsoberfläche erreichen Sie dann über seine IP-Adresse im Browser. Hier stellen Sie seine Funktion als DHCP-Server ab und auch sonst am besten alle Funktionen außer WLAN. Im Übrigen verfahren Sie wie bei einem Neugerät, definieren also SSID, Verschlüsselungstyp und Zugangskennwort. Auch hier empfehlen wir, unter „LAN“ (oder ähnlich) eine feste IP anzufordern, um den Zugang in die Konfiguration zu vereinfachen.

Einige Router zeigen in der Konfiguration eine explizite Option „Internetzugang über LAN“ oder ähnlich, die Sie aktivieren müssen. Andere Altgeräte wie die alten Speedports (Telekom-Klons der Fritzbox) lassen jeden Hinweis auf diese Einsatzmöglichkeit vermissen, arbeiten aber trotzdem einwandfrei als Access Points.

Powerline-Ethernet

Powerline ist eine Alternative zu WLAN oder zur Ethernet-Verkabelung. Aus Sicht des Endgeräts ist Powerline eine Ethernet-Verbindung. Das bietet gegenüber WLAN den Vorteil, dass Netzanmeldung und alle Treiberprobleme entfallen. Für den Datentransport wird die Stromleitung genutzt. Starterkits mit zwei Adapter und 500 MBit/s gibt es ab etwa 40 Euro, die aktuell schnellsten 1200 MBit/s-Adapter ab 85 Euro (AVM), besser mit Durchreichesteckdose für etwa 120 Euro (Devolo). Im Idealfall kommen die Adapter allerdings allenfalls auf 40 bis 50 Prozent der theoretischen Leistung, in ungünstigen Fällen auch nur auf 10 bis 20 Prozent. Fast-Ethernet-Leistung (100 MBit/s) sollte aber mit den schnellsten Adaptern überall zu erreichen sein. Wenn man bei einem Hersteller bleibt, sind Adapter unterschiedlicher Geschwindigkeiten (200, 500, 1200 MBit/s) zu hundert Prozent kompatibel.

Powerline-Adapter kommen in die Steckdose. Verwenden Sie nur Wandsteckdosen (keine Steckerleisten), und schließen Sie Steckerleisten über die Durchreiche des Adapters an. Die Einhaltung dieser und weiterer Empfehlungen der Hersteller ist keine Pedanterie: Nach unserer Erfahrung kann sich der Datendurchsatz bei einer optimalen Anschlussvariante gegenüber einer fehlerhaften verdreifachen (!). Empirisches Ausprobieren und Messung durch Kopieren großer ISO-Dateien hilft.

Den einen Adapter verbinden Sie per Ethernet-Kabel mit dem DSL-Router, den zweiten Adapter mit dem Endgerät (PC oder Switch). Bei der Ersteinrichtung drücken Sie innerhalb von zwei Minuten den Verschlüsselungsknopf am Gehäuse (bei älteren Devolo-Adaptern auf der Unterseite neben dem Ethernet-Port, bei neueren an der rechten Seite unten). Die Geräte handeln dann einen Code aus, über den sie sich künftig automatisch verbinden. Bei einem weiteren, späteren Ausbau stecken Sie den neuen Adapter an, drücken dann erst den Verschlüsselungsknopf auf einem der älteren Adapter und danach den Knopf auf dem neuen.

WLAN über Powerline

Powerline-Adapter können auch das Funknetz ausbauen. Ein Adapter wie der Devolo DLAN 500 Wifi (802.11n) für etwa 55 Euro eignet sich vor allem dort, wo schon eine Powerline-Basis vorliegt. Es muss mindestens ein weiterer normaler Powerline-Adapter per Ethernet mit dem Router verbunden sein, mit dem sich der Wifi-Adapter dann verbinden kann. Der Wifi-Erweiterungsadapter arbeitet wie ein Access Point und hat vergleichbare Funktionen (Gastnetz, Kindersicherung, Zeitschaltung).

Die Ersteinrichtung erfolgt durch Drücken der Verschlüsselungstaste – erst auf einem normalen Adapter, dann auf dem neu einzurichtenden Wifi-Adapter. Ist das Gerät auf diese Weise angemeldet, kommen Sie über die IP-Adresse an die Konfigurationsoberfläche. Beim genannten Devolo-Adapter legen Sie die üblichen Einstellungen wie SSID (Netzwerkname), WPA/WPA2 und das Kennwort unter „WLAN-Konfiguration -> Access Point“ fest. Auch hier empfehlen wir zur besseren Kontrolle eine vom primären Router-WLAN abweichende SSID.

Netzwerkdrucker

Drucker gehören zu den unkomplizierten Peripheriegeräten. Viele Modelle benutzen standardisiertes PCL (Printer Command Language) oder Postscript. Damit ist der Druck ohne genau passenden Druckertreiber möglich. Multifunktionsgeräte sind problematischer, da sie für jede Funktion einen Treiber benötigen. Nicht jedes Modell läuft mit allen Funktionen unter Linux.

Netzwerkdrucker richten Sie über „Systemeinstellungen –> Drucker –> Hinzufügen“ ein (Ubuntu/Mint). Unter „Neuer Drucker“ gehen Sie auf „Netzwerkdrucker“ und warten Sie eine oder zwei Minuten. Taucht der Drucker nicht von alleine auf, gehen Sie auf „Netzwerkdrucker finden“. Geben Sie hinter „Host“ den Namen oder die IP-Adresse des Druckers ein, und klicken Sie auf „Suchen“. Wird der Drucker gefunden, versucht Linux das Modell zu ermitteln und zeigt unter „Verbindung“ etwa „HP Linux Imaging and Printing (HPLIP)“ an. Nach weiteren optionalen Abfragen klicken Sie zum Abschluss auf „Anwenden“.

Für Druckerfreigaben von Windows-PCs gehen Sie unter „Neuer Drucker“ auf „Windows Drucker via SAMBA“. Nach „smb://“ tragen Sie den Pfad zur Windows-Freigabe in der Form „PC-Name/Drucker-Name“ ein. Eventuelle Leerzeichen in Druckerbezeichnungen müssen durch „%20“ ersetzt werden. Falls nötig, müssen Sie Benutzernamen und Kennwort zur Anmeldung auf dem Windows-PC angeben und diese Kontoinformationen auch unter „Authentifizierungs-Details jetzt festlegen“ eintragen. Dann klicken Sie auf „Vor“, wählen den Hersteller des Druckers und dann das Modell. Wenn mehrere Treiber angeboten werden, wählen Sie den „empfohlenen“.