Alle Beiträge von Hermann Apfelböck

Wer ist Bommel?

Bommel_20150416

Das abgebildete schwarze Tier hat gut 70 cm Risthöhe und 34 kg Gewicht. Es nennt sich Bommel und wird von den meisten Menschen als Hund wahrgenommen. In der Tat interessiert er sich für Individuen dieser Spezies, insbesondere für weibliche, jedoch mit tendenziell bisexueller Ausrichtung auch für kastrierte männliche. Trotz weiterer hündischer Merkmale des Prinzips „Immer der Nase nach“ bin ich mir nach drei Jahren mit diesem Tier so gut wie sicher, dass es sich um KEINEN Hund handelt:

Hunde rennen Stöckchen und Frisbees hinterher, Bommel nur Weibern.
Hunde denken nur ans Fressen, Bommel will eine Einladung zum Napf plus Bestätigung am Napf, dass die Einladung wirklich gilt.
Hunde wälzen sich in schlammigen Pfützen, Bommel macht einen Bogen.
Hunde danken dir für ein Leckerli, indem sie noch den halben Finger als Zugabe nehmen. Bommel holt es sich mit zartester Rücksicht.
Hunde hören auf „Stop“ und „Down“, Bommel schaut, ob das im Moment sinnvoll ist. Sieht er keinen Anlass („Hier ist kein Auto!“), schaut er mich tadelnd an – und lässt es.

Bommel ist wahrscheinlich kein Hund, sondern ein Pudel. Nach Goethe und Schopenhauer ist ein Pudel ein Wesen mit durchaus ungewissem Kern. Ich werde die nächsten Jahre nutzen, Genaueres herauszufinden.

Sonne mag ich nicht...

Everything, exFAT und das Script Linker.vbs

Kennen Sie das glückliche Tool mit dem unglücklichen Namen Everything?
Sie sollten es kennen, denn es ist die unbestritten schnellste Software für die Dateisuche überhaupt und kostenlose Freeware unter Windows (Projektseite, FAQ und Download unter www.voidtools.com).

Suchtool Everything
Suchtool Everything

Eine nähere Beschreibung von Everything erspare ich mir (die einfache Suchsyntax wäre durchaus einige Zeilen wert), denn hier geht es um etwas anderes. Nur so viel: Everything ist eine reine Suche nach Dateiattributen – also nach Namen, Pfad, eventuell noch Erstelldatum. Bei diesem Job erscheinen ihm aber auch Dateimengen im Millionenbereich ein Klacks: Auch aus solchen Massen filtert es in Zehntelsekunden bei Eingabe in das Instant-Search-Suchfeld die passenden Dateien.

Nun funktioniert Everything allerdings ausschließlich auf NTFS-formatierten Partitionen. Das war mir zwar klar, dachte aber nicht daran, als ich meine große Musik-, Bilder- und Texte-Sammlung auf eine neue 2-TB-USB-Festplatte kopierte, die mit exFAT formatiert war. exFAT war eine bewußte Wahl, weil ich mich in diesem Fall nicht mit Benutzerrechten herumärgern wollte, falls die Platte mal an einen anderen Rechner gehängt wird.

Klar, als Everything später die exFAT-Platte erst gar nicht „sah“, wusste ich sofort warum. Aber jetzt war es zu spät – oder doch nicht? Ich hatte da mal vor langer Zeit ein kleines VB-Script gebastelt, das komplette Ordnerstrukturen einschließlich Verzeichnisse und Dateien an anderer Stelle verlinkt. Das war dann auch – mit Hilfe von Everything – auf meiner Systemplatte schnell gefunden (Download Linker.zip).

Damit habe ich dann den kompletten Inhalt meines Medienarchivs auf der exFAT-Platte zur NTFS-Systempartition verlinkt. Somit habe ich jetzt alles wie gewünscht: Medien ohne Benutzerrechte auf exFAT, die ich dennoch mit dem rasenden Everything durchforsten kann. Einziger Komfortnachteil: Wenn sich in meinem Medienarchiv viel Neues tut, muss ich gelegentlich wieder das Script Linker.vbs laufen lassen.

Linker.vbs zeigt zweimal einen BrowseForFolder-Dialog – erst zur Angabe des Quellordners und dann zur Wahl des Zielordners. Am Ende des Vorgangs (der kann je nach Datenmenge mehrere Minuten dauern) erscheint eine Abschlussmeldung, eine Fortschrittsanzeige gibt es nicht.

Linker
Linker.vbs bei der Auswahl der Datenquelle…

Noch eine Anmerkung: Mit Linker.vbs lassen sich natürlich auch Netzwerk-Ressourcen auf NTFS verlinken. Damit gelangen auch Netzlaufwerke in den Wahrnehmungshorizont der Everything-Suche…

Noch eine Anmerkung: Linker.vbs kann Quell- und Zielordner auch als Parameter übernehmen, etwa nach dem Aufrufmuster
cscript linker.vbs x:\Archiv c:\Tools
Damit lässt sich die periodische Verlinkung eines Ordners komplett automatisieren.

Name und Genealogie

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Der Name Apfelböck

Die geographische Verbreitung des Familiennamens “Apfelböck” oder auch “Apfelbeck” legt nahe, dass alle heutigen Träger dieses Namen auf eine einzige genealogische Ahnen-Wurzel zurückgehen, mithin alle über Ecken miteinander verwandt sind. Die unterschiedliche Schreibung “Apfelböck” oder “Apfelbeck” ist auf Willkür oder Ungenauigkeit von Standesbeamten im 19. und noch im 20. Jahrhundert zurückzuführen, die den Namen so schrieben, wie sie ihn akustisch verstanden. Noch in meiner eigenen Familie gab es einen monatelangen Kampf, ein in unserem Falle fehlerhaftes “Apfelbeck” einer Heiratsurkunde wieder zum Umlaut “ö” zu bereinigen.
Die Mehrzahl der Apfelböcks/Apfelbecks findet sich nämlich noch heute dort, wo der Ursprung der Sippe und des Namens liegen muss – im niederbayerischen Raum Straubing – Deggendorf – Landshut, genauer in der Gegend Landau, Mamming, Reisbach, Eichendorf, Mettenhausen (Landkreis Dingolfing-Landau).
Dies zeigt ein einfacher Blick ins Telefonbuch (eine seit jeher bewährte und zulässige Methode der Namen- und Ahnenforschung) und die Verteilung der Apfelböcks. Die Häufigkeit des Namens nimmt ab, je weiter man sich von der genannten Gegend entfernt. Es gibt kein zweites geografisches Zentrum für die Ausbreitung des Namens.
Siehe dazu auch www.verwandt.de und Worldnames.
Dass im Raum München relativ viele Apfelböcks anzutreffen sind, erklärt sich ganz einfach mit der wirtschaftlichen Anziehungskraft dieser nächstgelegenen Metropole (auch ich lebe als Asylant mit Bleiberecht im Raum München). Außerhalb Bayerns sind Apfelböcks selten zu finden. Hat man Gelegenheit, einen Apfelböck jenseits der bayerischen Grenzen auf seine Herkunft anzusprechen, bestätigt sich die Annahme, er oder einer seiner Vorfahren sei aus Niederbayern ausgewandert (so etwa die Apfelböcks aus Dresden).

Bedeutung des Namens

Deutung A: Die erste Frage, die mir der Sprach- und Literaturwissenschaftler Prof. Hans-Friedrich Rosenfeld (1899-1993) in seiner Sprechstunde stellte, nachdem ich meinen Namen genannt hatte: “Sie wissen schon, was Ihr Name bedeutet?” Ich hatte nie ernsthaft darüber nachgedacht.
Der “Apfelbeck” (das wäre eigentlich die treffendere Schreibung), das ist wörtlich der “Apfelbäcker”. “Beck” ist die niederbairische Aussprache für den Bäcker. Deutungsvarianten bleiben trotzdem einige offen:
1. Einer, der sehr viele Äpfel hat und irgendwie verarbeiten muss…
2. Einer, der sehr geschickt Bratäpfel zubereitet…
3. Einer, der bekannt ist für den professionellen Umgang mit Dörrobst, Haltbarmachen von Obst allgemein (“Apfel” als pars pro toto für Obst)…
Ein Berufsname (wie “Müller”, “Bauer”, “Huber, “Schmied”) ist “Apfelböck” sicher nicht, denn von der Obstzubereitung allein konnte zur Zeit der Nachnamensentstehung niemand leben. Es handelt sich um einen sogenannten Übernamen, der eine spezielle Eigenart, eine Auffälligkeit des Trägers chakterisiert.
Eigentlicher Beruf der Ur-Apfelböcks war mit Sicherheit der, den auch heute noch viele der in Niederbayern verbliebenen Namensträger ausüben: Landwirt.

Deutung B: Ein Besucher dieser Seite hat mich auf eine andere Erklärung des Namens hingewiesen, die aufgrund der Geographie ebenfalls plausibel erscheint: Es gibt in Niederbayern in der Gegend Arnstorf-Johanneskirchen den kleinen APFELBACH mit kaum drei Kilometer Länge, der bei Dummeldorf in den Sulzbach mündet. Dann wäre der Name Apfelböck/Apfelbeck ursprünglich eine Herkunftsbezeichnung als „Apfelbacher“, also „die vom Apfelbach stammenden“. Die spätere Umdeutung zum „Apfelbäcker“ ist plausibel, weil „Backen“ im Bairischen „bacha“ ausgesprochen wird. Diese Umdeutung liegt vor allem überall auf der Hand, wo der namengebende, winzige Apfelbach den Bewohnern nicht bekannt ist – und das dürfte schon in geringer Entfernung vom Apfelbach zutreffen.

Zusammenfassung: Trifft Deutung B als Herkunftsname zu, dann hätten wir insgesamt die interessante Entwicklung eines Herkunftsnamens „die vom Apfelbach“ zum charakterisierenden Übernamen „die Apfelbäcker“. Diese Umdeutung zum Übernamen ist, wie schon unter B gesagt, zwanglos und naheliegend überall dort, wo der Name als Herkunftsname nicht verstanden wurde.

Joseph, das schwarze Schaf der Sippe und Bert Brecht

1919 erschoss der 16-jährige Joseph Apfelböck (1903-1980) in München, Haidhausen (Lothringer Straße) seine Eltern und ließ sie so lange in der Wohnung faulen, bis Nachbarn, Milchfrau und Postboten der penetrante Leichengeruch auffiel. Der jugendliche Mörder zeigte nach der Festnahme keine Reue, als Motiv äußerte er angeblich nur: “Ich wollte meine Ruhe haben!”
Schlimm genug. Bert Brecht las die Meldung in der Zeitung, war offenbar gefesselt und ließ sich zu seinem Gedicht “Apfelböck oder Die Lilie auf dem Felde” (1919) animieren. Brecht ändert den Vornamen – absichtlich oder irrtümlich – zu „Jakob“.
So bekam eine ehrgeizige und – im provinziellen Rahmen – angesehene Sippe (CSU-Mitgliedschaft ist ja per se noch nicht kriminell) zum kriminellen Schandfleck auch noch die literarische Überhöhung eines weltbekannten Autors dazu, welche eine längst vergessene Tat wohl noch 100 Jährchen weitertragen wird.

Bertolt Brecht, “Apfelböck oder die Lilie auf dem Felde”
Strophe 9 (von 11):

Es sprach die Milchfrau einst, die täglich kam:
Was riecht hier so? Es riecht, als wenn man stirbt!
In mildem Licht sprach Jakob Apfelböck:
Es ist das Kalbfleisch, das im Schrank verdirbt.